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Guida · Blog

Palettenfolie Kosten senken: 5 Hebel für die Logistik

Questo articolo è attualmente disponibile in tedesco.

Steigende Materialpreise und hohe Durchsatzmengen machen den Verbrauch von Stretchfolie im Warenausgang zu einem massgeblichen Kostenfaktor. Wer bei Palettenfolie Kosten senken will, darf jedoch nicht blind Material einsparen und damit Transportschäden riskieren. Die Einsparung gelingt über das exakte Zusammenspiel von Vordehnung, Folienstärke, Wickelschema und kontinuierlicher Prozesskontrolle.

Hebel 1: Vordehnung (Pre-Stretch) an der Wickelmaschine maximieren

Der grösste Hebel zur Verbrauchsreduktion bei automatischen und halbautomatischen Wicklern ist die Vordehnung (Pre-Stretch). Ein Standard-Wickler ohne Vordehnsystem oder mit einfacher mechanischer Bremse dehnt die Folie meist nur um 20 bis 50 %, was zu einem hohen Materialverbrauch von 350 bis 500 g pro Europalette führt. Moderne 2-Motor-Pre-Stretch-Systeme dehnen Power-Stretchfolien hingegen im Bereich von 200 bis 350 % vor, bevor die Folie auf das Packgut trifft.

Entscheidend ist hierbei die Unterscheidung zwischen Vordehnung (im Recksystem des Folienwagens) und Anlegespannung (zwischen Folienwagen und Palette). Eine hohe Vordehnung aktiviert die elastische Rückstellkraft des Polyethylens, ohne das Packgut einzudrücken.

Beispielrechnung: Ein Betrieb wickelt 80 Paletten pro Arbeitstag (20'000 Paletten pro Jahr). Bei konventioneller Bremswicklung liegt das Foliengewicht bei 400 g pro Palette. Durch die Umstellung auf eine Power-Maschinenstretchfolie mit 250 % Vordehnung sinkt das Foliengewicht auf 150 g pro Palette. Bei einem angenommenen Folienpreis von 2.80 CHF pro kg reduziert sich der jährliche Folienverbrauch von 8'000 kg (22'400 CHF) auf 3'000 kg (8'400 CHF). Die jährliche Ersparnis beträgt 14'000 CHF allein durch das Ausnutzen der Dehnungseigenschaften.

  • Vordehnung regelmässig mit Markierungsstrichen auf der Rolle oder Durchflussmessern verifizieren.
  • Wickelrollen mit dem passenden Reckwert für die Maschine auswählen (z. B. Standard bis 150 %, Power bis 250 %, Super-Power bis 350 %).
  • Rückstellkraft statt reiner Zugspannung nutzen, um Verformungen an Kartonkanten zu vermeiden.

Hebel 2: Foliendicke durch Hochleistungs-Nanofolien reduzieren (Downgauging)

Traditionell werden in vielen Schweizer Lagern Standard-Blas- oder Cast-Folien mit 20 bis 23 my Dicke eingesetzt. Neuere Mehrschicht-Folien (oft als 33- bis 55-lagige Nanofolien extrudiert) bieten bei 10 bis 15 my eine vergleichbare oder höhere Reissfestigkeit und Durchstossfestigkeit als herkömmliche Dickfolien.

Ein Downgauging von 23 my auf 12 my halbiert das theoretische Rollengewicht pro Laufmeter. Da Nanofolien eine engmaschige Polymerstruktur aufweisen, neigen sie bei spitzen Ecken oder überstehenden Kanten weniger zum Weiterreissen. Dies erlaubt es, die Materialstärke ohne Sicherheitsverlust drastisch zu reduzieren.

Beim Wechsel auf Dünnstfolien ist darauf zu achten, dass die Folienspannung an den Kanten sauber geführt wird. Stark taillierte Folienstränge verlieren ihre Breitenabdeckung, weshalb die Höheneinstellung und die Überlappung exakt auf das dünnere Material kalibriert werden müssen.

  • Folienstärke schrittweise testen (z. B. von 23 my auf 17 my, danach auf 12 bis 15 my).
  • Durchstossfestigkeit bei Problemgütern mit Überständen durch Musterwicklungen prüfen.
  • Effektiven Preis pro gewickelter Palette kalkulieren, nicht den Kilopreis der Folienrolle.

Hebel 3: Wickelprogramme und Überlappung präzise parametrieren

In der Praxis wickeln viele Betriebe nach dem Prinzip «Mehr hilft mehr». Häufig sind an den Wicklern feste Werkseinstellungen hinterlegt, die für schwere Lasten ausgelegt sind, aber auch bei leichten oder formstabilen Ladungen durchlaufen.

Die Optimierung des Wickelprogramms setzt an drei Punkten an: der Anzahl Fusswicklungen, der Anzahl Kopfwicklungen und dem Überlappungsgrad beim Hubwagenauf- und -abstieg. Eine Reduktion von 4 auf 3 Fusswicklungen und eine Anpassung der Überlappung von 50 % auf 25 % spart pro Palette 15 bis 30 % Folienmaterial ein.

Ein oft vernachlässigter Aspekt ist die Palettenanbindung. Eine Ladung gilt erst dann als transportsicher nach EN 12195-1 / EUMOS 40509, wenn die Folie die Holz- oder Kunststoffpalette fest mit dem Packgut verbindet. Das gezielte Einstellen einer Kordelwicklung (Roping) am Palettenfuss fixiert die Ladung formschlüssig und benötigt weniger Material als mehrere vollflächige Wickellagen.

  • Für unterschiedliche Palettengewichtsklassen separate Programme (z. B. Leichtgut, Mischpalette, Schwergut) am Wickler hinterlegen.
  • Überlappung der Bahnen auf maximal 20 bis 30 % einstellen.
  • Roping-Funktion nutzen, um die Palette stabil anzubinden, statt ungezielt Folie am Fuss aufzudoppeln.

Hebel 4: Handstretch-Prozesse auditieren und Umstieg auf Maschinenstretch prüfen

Beim manuellen Wickeln mit Handstretchfolie variiert das Ergebnis stark je nach Mitarbeiter, Tageszeit und Ermüdungsgrad. Da Menschen bauartbedingt selten mehr als 10 bis 20 % Vordehnung von Hand aufbringen können, wird beim Handstretchen unverhältnismässig viel Material aufgetragen. Zudem liegt der Rollenpreis für Handstretchfolie bezogen auf das Nettogewicht meist über dem von Maschinenrollen.

Beispielrechnung zur Wirtschaftlichkeit: Ein Lager wickelt manuell 25 Paletten pro Tag mit 23 my Handstretchfolie (Verbrauch ca. 320 g pro Palette). Dies entspricht rund 1'920 kg Folie pro Jahr bei Kosten von ca. 6'720 CHF (bei 3.50 CHF/kg Handfolie). Ein halbautomatischer Drehtellerwickler mit 200 % Vordehnung senkt den Verbrauch auf 130 g pro Palette (780 kg/Jahr) bei einem Maschinenfolienpreis von 2.80 CHF/kg (2'184 CHF/Jahr).

Die jährliche Materialersparnis von 4'536 CHF amortisiert eine Standard-Wickelmaschine im Wert von 6'000 bis 9'000 CHF oft bereits innerhalb von 18 bis 24 Monaten – die eingesparte Arbeitszeit von rund 1.5 bis 2 Minuten pro Palette ist darin noch nicht eingerechnet.

  • Handabroller mit Kernbremse einsetzen, wenn manuelle Wicklung unvermeidbar ist (bessere Ausnutzung der Dehnung).
  • Vorgedehnte Handstretchfolien (Pre-Stretched) prüfen: Sie erfordern weniger Kraftaufwand und reduzieren das Auftragsgewicht pro Palette.
  • Wirtschaftlichkeitsgrenze prüfen: Ab 15 bis 20 Paletten pro Tag amortisiert sich ein Wickler meist kurzfristig.

Hebel 5: Kennzahlensteuerung über «Gramm pro Palette» und Rollenendkontrolle

Kostenkontrolle scheitert in vielen Betrieben daran, dass Folie pauschal als Verbrauchsmaterial über die Einkaufsrechnung verbucht wird. Um Einsparpotenziale messbar zu machen, muss die Kennzahl «Gramm Folie pro Palette» etabliert werden.

Hierzu wird die Folie einer fertig gewickelten Musterpalette aufgeschnitten, zusammengeknüllt und auf einer Paketwaage gewogen. Weicht das Gewicht bei gleichen Palettentypen um mehr als 10 % ab, deutet dies auf falsche Maschineneinstellungen, Temperaturschwankungen in der Halle oder manuelle Eingriffe des Bedienpersonals hin.

Ebenso muss das Restgewicht auf ausgemusterten Pappkernen überwacht werden. Verbleiben 20 bis 50 Laufmeter auf der Hülse, weil die Rolle vorzeitig gewechselt wird, entstehen 3 bis 5 % ungenutzter Verschnitt. Zur ganzheitlichen Kostenoptimierung gehört auch die Wahl des passenden Lieferpartners: BARG Packaging liefert das gesamte Spektrum an Hand- und Maschinenstretchfolien, Jumbo-Rollen sowie nachhaltigen Folienlösungen frei Haus in die Schweiz – verzollt und mit transparenter Preisführung in CHF.

  • Monatliche Stichprobenmessung des Foliengewichts pro Palette durchführen.
  • Toleranzbereiche für Maschinenbediener festlegen und Anpassungen sperren.
  • Hülsenloses Stretchfoliensystem (Coreless) oder Dünnwandkerne evaluieren, um Abfall- und Entsorgungskosten zu senken.

Domande frequenti

Wie viel Gramm Stretchfolie sollte eine Standard-Europalette verbrauchen?
Bei einer formstabilen, 1.50 m hohen Europalette mit ca. 400 bis 600 kg Gewicht liegt der Richtwert für eine optimierte Maschinenwicklung mit Vordehnung bei 120 bis 160 g. Bei Handwicklung ohne Vordehnung liegt der Verbrauch häufig bei 300 bis 450 g.
Bedeutet eine dünnere Folie automatisch ein höheres Risiko für Transportschäden?
Nein. Moderne Mehrschichtfolien (Nanofolien) bieten trotz geringerer Dicke (z. B. 12 bis 15 my) eine hohe Reiss- und Durchstossfestigkeit. Entscheidend für die Ladungssicherung ist nicht die Dicke, sondern die elastische Rückstellkraft (Haltekraft) und die feste Anbindung an die Palette.
Wann lohnt sich die Anschaffung eines halbautomatischen Stretchwicklers?
In den meisten Betrieben amortisiert sich ein halbautomatischer Drehtellerwickler ab einem Durchsatz von ca. 15 bis 20 Paletten pro Tag. Die Ersparnis resultiert aus dem geringeren Materialverbrauch durch Pre-Stretch sowie der eingesparten Arbeitszeit der Mitarbeiter.
Wie kann die Vordehnung an einer bestehenden Wickelmaschine überprüft werden?
Zeichnen Sie auf der ungedehnten Folienrolle zwei Markierungsstriche im Abstand von 100 mm auf. Nach dem Wickelvorgang messen Sie den Abstand der Linien auf der Palette: Beträgt der Abstand 350 mm, entspricht dies einer Vordehnung von 250 %.

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