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Guida · Blog

PCR-Anteil im Nachhaltigkeitsreporting: Daten, Berechnung & Audit

Questo articolo è attualmente disponibile in tedesco.

Unternehmen stehen zunehmend in der Pflicht, den Einsatz von Sekundärrohstoffen in ihren Verpackungsprozessen auditkonform zu dokumentieren. Für Logistik- und Einkaufsverantwortliche ist die exakte Erfassung und Berechnung des PCR-Anteils (Post-Consumer-Rezyklat) bei Stretchfolien ein zentraler Hebel im betrieblichen Nachhaltigkeitsbericht sowie bei Kunden-Ausschreibungen.

Relevanz von PCR-Daten in ESRS, GRI und PPWR

Die Anforderungen an die Berichterstattung über Umweltkennzahlen steigen im europäischen und schweizerischen Wirtschaftsraum kontinuierlich. Ob im Rahmen der CSRD/ESRS (European Sustainability Reporting Standards) unter E5 (Kreislaufwirtschaft), nach den GRI-Standards (GRI 301: Materialien) oder im Hinblick auf künftige Vorgaben der EU-Verpackungsverordnung (PPWR): Der Nachweis über den Einsatz von Rezyklaten wird zur Pflichtangabe.

Post-Consumer-Rezyklate (PCR) stammen aus Endverbraucherabfällen und unterscheiden sich regulatorisch massgeblich von Post-Industrial-Rezyklaten (PIR). PIR entsteht aus internen Produktionsabfällen der Kunststoffindustrie und wird in vielen Standards nicht als Beitrag zur Schliessung des Konsumkreislaufs gewertet. Für die Berichterstattung muss daher sichergestellt sein, dass der ausgewiesene Prozentsatz ausschliesslich auf zertifiziertem PCR-Material basiert.

  • GRI 301-2: Erfassung des Prozentsatzes der verwendeten Sekundärrohstoffe im Berichtsjahr.
  • ESRS E5: Quantitative Offenlegung von Materialzuflüssen unter Angabe des Rezyklatanteils.
  • PPWR-Konformität: Vorbereitung auf verbindliche Mindestrezyklatquoten bei Transportverpackungen.

Datenquellen und Nachweisführung in der Lieferkette

Die Basis für jedes belastbare Reporting bilden verifizierbare Primärdaten aus dem Einkauf. Schätzungen oder allgemeine Herstellerangaben ohne Zertifikatsbezug halten einem externen Wirtschaftsprüfungs-Audit in der Regel nicht stand. Unternehmen müssen die Materialdaten lückenlos von der Bestellung bis zur Lieferscheinprüfung rückverfolgen können.

Als anerkannte Nachweisdokumente dienen Werksprüfzeugnisse, Konformitätserklärungen nach EN 15343 sowie Zertifizierungen wie EuCertPlast oder RecyClass. Diese Zertifikate belegen die Herkunft des Regranulats und die Einhaltung definierter Qualitätsstandards bei der Aufbereitung. Bei Massenbilanzmodellen muss zudem die Verrechnungsmethodik transparent dokumentiert sein.

  • Spezifikationsdatenblätter: Detaillierte Angabe der Foliendicke (z. B. 17 my oder 20 my) und des garantierten PCR-Gehalts.
  • Lieferschein und Rechnung: Ausweisung des Eigengewichts pro Rolle (Netto-Foliengewicht ohne Pappkern) und der Artikelnummer.
  • Prüfzertifikate: Nachweis nach EN 15343 zur Rückverfolgbarkeit von recycelten Kunststoffen.

Rechenweg: Von Rollenanzahl zum Rezyklat-Gewicht

Für die Übertragung in Kennzahlensysteme reicht die prozentuale Angabe auf Produktebene nicht aus. Die Berichterstattung erfordert absolute Gewichtsangaben in Kilogramm oder Tonnen, differenziert nach Primär- und Sekundärmaterial. Eine wesentliche Fehlerquelle in der Praxis ist die Einberechnung des Hülsengewichts, das vor der Ermittlung des Rezyklatanteils zwingend abgezogen werden muss.

Zur Ermittlung der Netto-Menge gilt folgende Grundformel: 1. Netto-Foliengewicht (kg) = Gesamtgewicht der Rolle (kg) - Hülsengewicht (kg) 2. PCR-Menge (kg) = Netto-Foliengewicht (kg) x PCR-Anteil (%) 3. Gesamt-PCR im Berichtsjahr = Summe aller PCR-Mengen über alle bezogenen Chargen.

  • Beispielrechnung Maschinenstretchfolie: Jahresbezug von 12 Paletten zu je 46 Rollen = 552 Rollen.
  • Bruttogewicht pro Rolle: 17.5 kg bei 1.5 kg Pappkern = 16.0 kg Netto-Folie.
  • Gesamte Folienmenge: 552 Rollen x 16.0 kg = 8832 kg Folie.
  • Bei 30 % PCR-Anteil: 8832 kg x 0.30 = 2649.6 kg PCR-Material und 6182.4 kg Primär-LDPE.
  • Ausweis im Reporting: 2.65 t Rezyklat-Einsatz, 6.18 t Primärmaterial, Sekundärrohstoffquote = 30.0 %.

Auswirkungen auf Treibhausgasbilanz und Scope 3

Der Einsatz von PCR-Folien beeinflusst direkt die Treibhausgasbilanz des Unternehmens im Bereich Scope 3.1 (Eingekaufte Waren und Dienstleistungen) gemäss Greenhouse Gas Protocol. Primäres LDPE (Virgin-Material) weist im Schnitt einen höheren CO2-Äquivalent-Fussabdruck (Cradle-to-Gate) auf als mechanisch aufbereitetes PCR-Granulat, da der energieintensive Cracking- und Polymerisationsprozess entfällt.

Für die genaue Treibhausgas-Berechnung sollten unternehmensspezifische Emissionsfaktoren (PCF - Product Carbon Footprint) des Folienlieferanten verwendet werden. Liegen diese nicht vor, können verifizierte Branchendurchschnittswerte aus Lebenszyklus-Datenbanken wie Ecoinvent herangezogen werden. Durch die Substitution von Primärkunststoff durch PCR lassen sich die Scope-3-Emissionen für Verpackungen rechnerisch signifikant reduzieren.

  • Differenzierung der Emissionsfaktoren für Primär-LDPE und PCR-LDPE im Carbon Accounting.
  • Ausschluss von Doppelzählungen bei der Gutschrift von Rezyklat-Emissionen.
  • Dokumentation des gewählten Allokationsansatzes (z. B. Cut-off-Methode gemäss GHG Protocol).

Strategischer Nutzen bei Audits und Ausschreibungen

Transparente Materialdaten sind nicht nur für den formalen Nachhaltigkeitsbericht relevant, sondern bilden ein operatives Kriterium im Vertrieb und Einkauf. Grosse Industrieunternehmen, Handelskonzerne und öffentliche Auftraggeber in der Schweiz verlangen in Ausschreibungen zunehmend EcoVadis-Ratings, CDP-Scores oder detaillierte Nachweise über den Rezyklatanteil in der Sekundär- und Tertiärverpackung.

Unternehmen, die ihre Kennzahlen sauber aus Lieferscheinen und Rechnungen ableiten können, verkürzen Audit-Prozesse und vermeiden Rückfragen. Eine lückenlose Dokumentation sichert Wettbewerbsvorteile bei Ausschreibungen, bei denen Umweltkriterien mit 10 bis 20 Prozent in die Gesamtbewertung einfliessen.

BARG Packaging bietet für Schweizer Unternehmen verifizierte Stretchfolien mit definierten PCR-Anteilen, liefert die passenden Material- und Gewichtsdaten für Ihr Reporting und stellt die Ware frei Haus sowie verzollt mit Abrechnung in CHF bereit.

  • Vorbereitung auf EcoVadis- und Sedex-Audits durch zertifizierte Lieferantendaten.
  • Erfüllung von Ausschluss- und Bewertungskriterien in öffentlichen Ausschreibungen.
  • Rechtssicherheit gegenüber Behörden und externen Wirtschaftsprüfern.

Domande frequenti

Zählt PIR-Material ebenfalls zum PCR-Anteil im Reporting?
Nein. PIR (Post-Industrial-Rezyklat) stammt aus industriellen Produktionsabfällen und muss in Standards wie GRI, ESRS oder ISO 14021 strikt getrennt von PCR (Post-Consumer-Rezyklat) erfasst werden. Rezyklatquoten in gesetzlichen Vorgaben wie der PPWR beziehen sich in der Regel explizit auf Post-Consumer-Abfälle.
Wie wird das Kerngewicht bei der Berechnung des Rezyklatanteils berücksichtigt?
Das Gewicht des Pappkerns muss vor der Berechnung abgezogen werden. Der deklarierte PCR-Anteil bezieht sich ausschliesslich auf das Nettogewicht der Kunststofffolie. Ein Einschluss des Hülsengewichts würde die absolute Rezyklatmenge verfälschen und ist bei externen Audits unzulässig.
Welche Zertifikate belegen die Echtheit des PCR-Anteils bei Stretchfolien?
Zu den anerkannten Nachweisen gehören Zertifizierungen nach EN 15343, EuCertPlast sowie RecyClass. Diese Standards prüfen die Rückverfolgbarkeit des Kunststoffabfalls entlang der gesamten Recycling- und Produktionskette bis zum Endprodukt.
Wie wirkt sich PCR-Stretchfolie auf die Scope-3-Emissionen aus?
Da die Aufbereitung von PCR-Granulat weniger Primärenergie erfordert als die Neusynthese von Virgin-LDPE, sinkt der Product Carbon Footprint (PCF) der Folie. Im Scope 3.1 führt dies zu geringeren rechnerischen Treibhausgasemissionen bei den eingekauften Transportverpackungen.

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