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Stretchfolie Angebot vergleichen in der Schweiz: Leitfaden für den Einkauf

Questo articolo è attualmente disponibile in tedesco.

Der Stückpreis pro Rolle ist bei Stretchfolien selten aussagekräftig und führt im B2B-Einkauf häufig zu Fehlentscheidungen. Wer in der Schweiz Angebote für Hand- oder Maschinenstretchfolie präzise vergleichen will, muss Kerngewichte, Foliendicken, Vordehnungswerte und Frachtkonditionen auf eine einheitliche Berechnungsbasis stellen.

Die Tücke des reinen Rollenpreises: Brutto- versus Nettogewicht

In vielen Offerten wird Stretchfolie pauschal pro Rolle oder pro VE (Verpackungseinheit) angeboten. Dieser Rollenpreis verschleiert jedoch oft den tatsächlichen Materialwert, da das Gesamtgewicht einer Rolle aus zwei Komponenten besteht: dem nutzbaren Foliengewicht (Nettogewicht) und dem Gewicht des Pappkerns (Kerngewicht).

Pappkerne bei Handstretchfolie wiegen je nach Stabilität zwischen 200 g und 600 g, bei Maschinenstretchfolie oft zwischen 1000 g und 1800 g. Wird eine Folie nach Bruttogewicht abgerechnet oder der Rollenpreis bei identischem Aussendurchmesser mit einem schwereren Kern erzielt, zahlt der Betrieb teures Kartongewicht zum Folienpreis.

Ein scheinbar günstiges Angebot mit 2.50 kg Bruttogewicht pro Handrolle und einem 500-g-Kern enthält lediglich 2.00 kg verwertbare Folie. Eine Vergleichsrolle mit 2.20 kg Bruttogewicht und einem leichten 200-g-Kern liefert ebenfalls 2.00 kg Folie. Ohne Bereinigung um das Kerngewicht ist ein objektiver Preisvergleich unmöglich.

  • Bruttogewicht: Gesamtgewicht von Folie und Hülse
  • Kerngewicht: Gewicht des zylindrischen Trägers aus Pappe oder Kunststoff
  • Nettogewicht: Tatsächlich nutzbare Folienmasse (Bruttogewicht abzüglich Kerngewicht)

Der effektive Kilopreis: Formel und Beispielrechnung

Um ein Stretchfolie-Angebot in der Schweiz vergleichbar zu machen, muss jeder Rollenpreis auf den effektiven Preis pro Kilogramm Nettofolie (CHF/kg netto) umgerechnet werden. Diese Kennzahl eliminiert Unterschiede bei Kernen, Rollenlängen und Verpackungseinheiten vollständig.

Beispielrechnung für Handstretchfolie: Lieferant A bietet eine Handstretchfolie (500 mm Breite, 20 my) für CHF 11.50 pro Rolle an. Das Bruttogewicht beträgt 2.60 kg, das Kerngewicht 500 g. Das Nettogewicht liegt somit bei 2.10 kg. Rechnung: CHF 11.50 / 2.10 kg = CHF 5.48 pro kg Nettofolie. Lieferant B bietet dieselbe Abmessung für CHF 12.00 pro Rolle an. Das Bruttogewicht beträgt 2.50 kg, das Kerngewicht jedoch nur 250 g. Das Nettogewicht beträgt somit 2.25 kg. Rechnung: CHF 12.00 / 2.25 kg = CHF 5.33 pro kg Nettofolie.

Obwohl Lieferant B auf den ersten Blick um CHF 0.50 pro Rolle teurer erscheint, ist sein Angebot pro Kilogramm reinem Verpackungsmaterial um knapp 3 % günstiger. Über das gesamte Jahresvolumen eines Distributionszentrums summiert sich dieser scheinbar kleine Unterschied zu spürbaren Beträgen.

  • Formel: Rollenpreis (CHF) / (Bruttogewicht in kg - Kerngewicht in kg) = CHF/kg Nettofolie
  • Transparenz: Nur Nettopreise ermöglichen den Vergleich über unterschiedliche Rollenformate hinweg

Foliendicke, Laufmeter und Vordehnung: Die Kosten pro Palette ermitteln

Neben dem Kilopreis bestimmt das Rückhaltevermögen und die Dehnfähigkeit der Folie die Gesamtkosten der Palettensicherung. Bei Maschinenstretchfolie ist die garantierte Vordehnung (Pre-Stretch) der entscheidende Hebel. Standard-Maschinenfolien erreichen oft nur 150 % Dehnung, während High-Performance-Powerfolien 250 % bis über 300 % Dehnung bei hoher Durchstossfestigkeit bieten.

Wird eine Folie mit 300 % statt 150 % verarbeitet, verlängert sich 1 m Folie auf dem Wickler auf 4 m statt 2.5 m. Dadurch sinkt der Materialeinsatz pro Palette drastisch. Eine höherpreisige Power-Folie mit geringerer Dicke (z. B. 12–15 my Cast-Folie) reduziert das Wickelgewicht pro Ladungsträger oft um 30 % bis 50 % gegenüber einer konventionellen 23-my-Folie.

Für die genaue Beurteilung gilt: Kosten pro gesicherte Palette = (Verbrauchtes Foliengewicht in kg pro Palette) x (CHF/kg Nettofolie). Der Einkauf sollte daher Lieferanten stets um Bemusterungen und Probeanwicklungen bitten, um das reale Palettengewicht nach dem Wickelprozess auf einer Präzisionswaage nachzumessen.

  • Standard-Maschinenfolie: 150 % Dehnung, höherer Materialverbrauch pro Palette
  • Power- und Super-Power-Folie: 250 % bis 350 % Dehnung, minimaler Folienverbrauch bei gleicher Haltekraft
  • Dünnere High-Tech-Folien: Geringere Dicke (my) bei gleicher oder höherer Durchstossfestigkeit senkt den Entsorgungsaufwand beim Empfänger

Versteckte Logistikkosten und Incoterms im Schweizer Markt

Angebote aus dem europäischen Ausland wirken auf den ersten Blick häufig attraktiv, beinhalten jedoch oft versteckte Folgekosten für Schweizer Unternehmen. Wesentlich für den Angebotsvergleich sind die vereinbarten Lieferbedingungen (Incoterms) sowie Nebenkosten.

Werden Folien ab Werk (EXW) oder unverzollt geliefert (DAP unverzollt), fallen zusätzliche Gebühren für die Zollabfertigung, Einfuhrabgaben, Vorlageprovisionen der Speditionen sowie die LSVA-Zuschläge (Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe) an. Diese Nebenkosten müssen auf den Rollenpreis umgelegt werden, um einen fairen Vergleich mit Schweizer Inlandslieferungen zu gewährleisten.

Zudem sollten Mindestbestellmengen (MOQ) und Palettenstaffeln geprüft werden: Geringere Lagerbindungsdauer und schnelle Verfügbarkeit ab Schweizer Lager reduzieren das gebundene Betriebskapital und eliminieren Wechselkursrisiken (EUR/CHF).

  • Lieferkondition: DDP (frei Haus, verzollt) bevorzugen, um Nebenkosten auszuschliessen
  • Zoll und Abfertigung: Speditionsgebühren für Grenzübertritt einberechnen
  • Palettenschnitt: Preisstaffeln (Einzellage, Halbpalette, Vollpalette, LKW-Ladung) exakt abgleichen

Checkliste: So vergleichen Sie Stretchfolien-Angebote professionell

Nutzen Sie vor der Vergabe eine standardisierte Matrix, um alle Bieter auf denselben Standard zu verpflichten. Fordern Sie die Spezifikationen schriftlich ein, bevor Sie Preise bewerten.

  • 1. Materialspezifikation: Folientyp (Cast oder Blasfolie), Rohstoffbasis (100 % Virgin, PCR-Rezyklatanteil in %, biologisch abbaubar)
  • 2. Rollendimensionen: Exakte Breite in mm, garantierte Foliendicke in my, Rollenlänge in m
  • 3. Gewichtsangaben: Ausgewiesenes Brutto- und Kerngewicht pro Rolle in Gramm
  • 4. Leistungskennzahlen: Maximaler Vordehnungswert (Pre-Stretch in %) und Durchstossfestigkeit
  • 5. Preiskennzahl: Transparenter Preis in CHF pro kg netto (bereinigt um Hülsengewicht)
  • 6. Lieferbedingungen: Frei-Haus-Grenze, Frankatur (DDP inkl. Verzollung und LSVA), Lieferzeiten
  • 7. Verpackungseinheit: Rollen pro Karton, Kartons bzw. Rollen pro Palette

Domande frequenti

Warum sollte man Stretchfolie immer nach CHF/kg Netto vergleichen?
Der Rollenpreis sagt nichts über den tatsächlichen Materialgehalt aus, da schwere Pappkerne das Rollengewicht künstlich erhöhen können. Der Nettopreis pro Kilogramm Folie isoliert das reine Verpackungsmaterial und macht Angebote herstellerunabhängig vergleichbar.
Wie wird das Netto-Foliengewicht einer Rolle berechnet?
Das Nettogewicht errechnet sich, indem das Gewicht des leeren Pappkerns vom Gesamtgewicht der Rolle (Bruttogewicht) abgezogen wird. Eine Handstretchfolie mit 2.40 kg Bruttogewicht und einem 400-g-Kern hat ein Nettogewicht von 2.00 kg.
Welche Rolle spielt die Vordehnung beim Preisvergleich?
Die Vordehnung entscheidet darüber, wie viele Laufmeter Folie aus einem Kilogramm Rohmaterial beim Wickeln gewonnen werden. Eine Folie mit 300 % Vordehnung verbraucht pro Palette signifikant weniger Material als eine Folie mit nur 150 %, wodurch die Kosten pro Palette trotz höherem Rollenpreis sinken.
Welche Konditionen bietet BARG Packaging für Stretchfolien in der Schweiz?
BARG Packaging liefert das gesamte Stretchfolien-Sortiment – von Hand- und Maschinenstretchfolien bis zu nachhaltigen Rezyklat- und Bio-Folien – direkt ab Lager frei Haus in die Schweiz, vollständig verzollt und mit transparenter Preisauszeichnung in CHF.

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