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Guida · Blog

Stretchfolie Haltekraft messen: Methoden und Praxisleitfaden

Questo articolo è attualmente disponibile in tedesco.

Eine optisch straff gewickelte Palette garantiert noch keine stabile Ladeeinheit. Um Transportschäden zu vermeiden und gesetzliche Vorgaben zur Ladungssicherung einzuhalten, müssen Logistikverantwortliche die tatsächliche Haltekraft der Stretchfolie messen und regelmässig überprüfen.

Warum die Haltekraftmessung im Wareneingang und Warenausgang entscheidend ist

In vielen Logistikzentren wird die Qualität einer Palettensicherung rein visuell oder durch manuelles Eindrücken mit dem Daumen beurteilt. Diese subjektive Einschätzung birgt erhebliche Risiken: Eine Folie kann stramm anliegen, durch mangelnde elastische Rückdehnung bei dynamischen Transportbelastungen aber versagen. Die Haltekraft (auch Rückstellkraft oder Restspannung genannt) ist die Kraft, die die gedehnte Folie permanent auf das Packgut ausübt, um die einzelnen Lagen formschlüssig zusammenzuhalten.

Kommt es während des Transports zu Bremsmanövern, Kurvenfahrten oder Schwingungen, wirken Flieh- und Trägheitskräfte auf die Ladeeinheit. Reicht die Haltekraft der Stretchfolie nicht aus, verschieben sich die Packstücke. Dies führt zu Reklamationen, Beschädigungen oder im schlimmsten Fall zu Unfällen. Zudem fordern Normen wie die EUMOS 40509 reproduzierbare Nachweise über die Stabilität von Ladeeinheiten. Eine fundierte Messung schafft hier Rechtssicherheit und deckt zugleich Einsparpotenziale beim Materialverbrauch auf.

  • Vermeidung von Transportschäden durch unzureichende Verbundstabilität
  • Einhaltung gesetzlicher Richtlinien zur Ladungssicherung auf der Strasse
  • Aufdecken von Über- oder Unterwicklungen im Verpackungsprozess
  • Objektive Vergleichbarkeit verschiedener Folienqualitäten und Dicken (z. B. 12 my Hochleistungsfolie vs. 23 my Standardfolie)

Grundbegriffe: Anlegekraft, Vorspannung und Rückstellkraft

Für eine korrekte Messung müssen die unterschiedlichen Kräfte im Wickelprozess klar voneinander abgegrenzt werden. Oftmals werden Wickelspannung und Haltekraft fälschlicherweise gleichgesetzt.

Die Primärdehnung (Pre-Stretch) entsteht im Vorrecksystem des Wicklers, wo die Folie mechanisch um beispielsweise 150 % bis 300 % vorgedehnt wird. Die Anlegekraft (Tension) beschreibt die Zugkraft zwischen Wickelschlitten und Palette. Die eigentliche Haltekraft (Restspannung) ist die Kraft, mit der das verstreckte Folienpolymer versucht, in seine Ursprungsform zurückzukehren. Diese Rückstellkraft presst das Packgut zusammen und sorgt für den langfristigen Verbund.

  • Pre-Stretch: Vordehnung der Folie im Rollensystem vor dem Kontakt mit der Palette
  • Wickelspannung: Zugkraft beim Aufbringen der Folie auf das Packgut
  • Rückstellkraft / Haltekraft: Kontinuierlicher Druck der verarbeiteten Folie auf die Ladung nach dem Wickeln
  • Relaxation: Natürlicher Spannungsverlust der Folie innerhalb der ersten 2 bis 24 Stunden nach dem Wickelvorgang

Praktische Messmethoden und Prüfwerkzeuge im Betriebsalltag

Um die Haltekraft direkt an der gewickelten Palette zu ermitteln, stehen im betrieblichen Alltag mehrere mobile und zerstörungsarme Messverfahren zur Verfügung.

1. Federwaagen- / Hakenmethode: Bei diesem einfachen Verfahren wird ein kleiner Schnitt in die Folie gesetzt oder ein stumpfer Haken unter die Folienlagen geführt. Mit einer digitalen Federwaage zieht der Prüfer die Folie um eine definierte Distanz (beispielsweise 50 mm oder 100 mm) von der Palette weg. Die aufgewendete Zugkraft in Kilogramm (kg) oder Newton (N) gibt Aufschluss über die Rückstellkraft. Diese Methode eignet sich gut für schnelle Vergleichsmessungen im Betrieb.

2. Elektronische Kraftmessdosen (Load Cells): Für exakte Qualitätsprüfungen werden flache Messplatten oder Sensoren vor dem Wickeln an markanten Stellen der Palette angebracht (z. B. Fussecke, Palettenmitte, oberste Lage). Während und nach dem Wickelprozess zeichnet die Kraftmessdose den Druck auf, den die Folie flächig auf die Packgutkante ausübt. Dies liefert hochpräzise Daten über die reale Kanten- und Flächenpressung, ohne die Folie zu beschädigen.

3. Kipptisch-Verfahren (Tilt-Test): Ergänzend zur punktuellen Kraftmessung kann die Gesamtstabilität der Ladeeinheit durch einen statischen Neigungstest überprüft werden. Die Palette wird dabei auf einer Neigeplattform um einen definierten Winkel (z. B. 26° gemäss EUMOS-Referenzwerten) gekippt. Verschieben sich die Lagen nicht dauerhaft, ist die Haltekraft für die auftretenden Fliehkräfte ausreichend dimensioniert.

  • Digitale Zugfederwaage: Günstig, mobil, ideal für Stichproben im Warenausgang
  • Messdosen und Kantenkraftsensoren: Zerstörungsfrei, digital auslesbar, ideal für Prüfprotokolle
  • Kipptisch: Überprüfung der Ladeeinheitensteifigkeit unter simulierter Querbeschleunigung

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Haltekraft mit der Zugprüfmethode messen

Um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, sollte die Messung stets nach einem standardisierten Ablauf erfolgen. Berücksichtigen Sie dabei die zeitliche Relaxation des Folienmaterials: Messen Sie entweder unmittelbar nach dem Wickeln (Sofortwert) oder nach 24 Stunden (Endwert).

Schritt 1: Messpunkte definieren. Wählen Sie mindestens drei Prüfpunkte an der Palette aus – unten (Übergang Palette/Packgut), in der Mitte und an der obersten Lage.

Schritt 2: Prüfgerät ansetzen. Führen Sie den Messbügel einer kalibrierten digitalen Zugwaage vorsichtig unter die äussere Folienschicht, ohne das Packgut zu beschädigen.

Schritt 3: Linear ziehen. Ziehen Sie die Waage im 90-Grad-Winkel zur Palettenoberfläche gleichmässig um genau 50 mm nach aussen. Lesen Sie den Spitzenwert (Peak Force) in kg oder N ab.

Schritt 4: Dokumentation und Auswertung. Notieren Sie die Messwerte zusammen mit Folientyp, Wickelprogramm, Foliengewicht pro Palette und Umgebungstemperatur.

  • Beispielrechnung zur Dokumentation: Eine Palette mit 600 kg Gesamtgewicht zeigt an der unteren Kante eine Zugkraft von 12,5 kg (ca. 122,6 N) bei 50 mm Auslenkung und an der oberen Lage 8,0 kg (ca. 78,5 N).
  • Foliengewicht protokollieren: Vor und nach dem Wickeln das Foliengewicht durch Differenzwägung der Rolle erfassen (z. B. 280 g pro Palette).
  • Temperatur beachten: Kalte Lagerräume reduzieren die Folienelastizität; warme Umgebungen verringern die Rückstellkraft.

Wickelparameter anhand der Messergebnisse optimieren

Die gemessenen Werte dienen als direkte Steuerungsgrösse für die Maschineneinstellungen oder die manuelle Wickeltechnik. Liegt die gemessene Haltekraft unter dem Sollwert, muss nicht zwingend eine dickere Folie verwendet werden. Oftmals genügt die Feinjustierung der Parameter.

Bei zu geringer Rückstellkraft im unteren Bereich sollte die Anzahl der Fusswicklungen erhöht oder die Folienspannung beim Anwickeln an den Palettenklotz verstärkt werden. Ist die Haltekraft ausreichend, aber der Folienverbrauch pro Palette unverhältnismässig hoch, kann der Pre-Stretch erhöht oder auf eine dünnere, mehrlagige Hochleistungs-Cast-Folie umgestellt werden. Dies senkt die laufenden Verpackungskosten pro Ladeeinheit nachhaltig.

BARG Packaging Schweiz liefert hochwertige Hand- und Maschinenstretchfolien sowie passendes Verpackungszubehör für anspruchsvolle Logistikanwendungen frei Haus in die gesamte Schweiz – vollständig verzollt und mit transparenter Preisangabe in CHF.

  • Anzahl der Fuss- und Kopfwicklungen bedarfsgerecht anpassen
  • Pre-Stretch-Grad des Wicklers auf die Folienqualität abstimmen (z. B. 250 % bei Power-Folien)
  • Folienschnur-Bildung (Roping) an der Unterkante zur Erhöhung der Abreissfestigkeit prüfen
  • Regelmässige Stichproben im Warenausgang zur kontinuierlichen Prozesskontrolle etablieren

Domande frequenti

Welche Haltekraft muss eine Stretchfolie mindestens aufweisen?
Es gibt keinen pauschalen Mindestwert, da die erforderliche Haltekraft vom Gewicht, Schwerpunkt und der Form des Packguts abhängt. Gemäss EUMOS 40509 muss die Palette Beschleunigungskräften von 0,8 g in Fahrtrichtung und 0,5 g zur Seite standhalten, ohne dass sich die Ladung bleibend um mehr als wenige Millimeter verformt.
Warum fällt die gemessene Haltekraft einige Stunden nach dem Wickeln ab?
Dies liegt am physikalischen Phänomen der Spannungsrelaxation. Polyethylen-Folien entspannen sich nach der Dehnung schrittweise. Der grösste Spannungsverlust tritt innerhalb der ersten zwei bis vier Stunden auf, weshalb standardisierte Vergleichsmessungen immer nach definierten Zeitabständen erfolgen sollten.
Kann man die Haltekraft auch bei Handstretchfolie messen?
Ja, die Messung mit einer digitalen Zugwaage funktioniert bei handgewickelten Paletten identisch. Da das manuelle Wickeln jedoch naturgemäss ungleichmässiger ausfällt als das maschinelle, sollten pro Palette mehrere Messungen an unterschiedlichen Seiten durchgeführt werden, um Schwachstellen zu identifizieren.
Welcher Unterschied besteht zwischen Haltekraft und Durchstossfestigkeit?
Die Haltekraft beschreibt den Druck bzw. die Rückstellspannung, mit der die Folie das Packgut zusammenhält. Die Durchstossfestigkeit misst hingegen den Widerstand der Folie gegen das Einreissen durch scharfe Kanten oder Ecken des Ladeguts.

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