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Stretchfolie reisst beim Wickeln: Ursachen und Lösungen

Questo articolo è attualmente disponibile in tedesco.

Risse im Folienband während des Wickelvorgangs führen zu ungeplanten Stillständen an der Verpackungslinie und gefährden die Palettensicherheit. Die Ursachen für Folienrisse liegen selten allein beim Material, sondern im Zusammenspiel aus Ladungsgeometrie, Maschineneinstellung und Rollenhandling. Eine systematische Fehleranalyse grenzt die Problemquelle schnell ein und stellt die Prozessstabilität wieder her.

Ladungsgeometrie und Kantenbelastung

In vielen Logistikzentren entstehen Folienrisse direkt am Packgut. Stehen Kartonagen, Holzpaletten oder Zwischenlagen über das Palettenmass hinaus, bilden sich punktuelle Spannungsspitzen. Insbesondere scharfkantige Gitterboxen, überstehende Nagelfluchten an Holzpaletten oder Grate an Kunststoffbehältern perforieren das gedehnte Folienband sofort. Sobald ein Mikroriss entsteht, reisst die Folie unter Zugspannung über die gesamte Breite ab.

Ein weiterer kritischer Faktor ist das sogenannte Einschnüren: Bei hoher Folienspannung zieht sich die Folie an den Ecken stark zusammen. Bei Paletten mit unregelmässigem Schichtenaufbau oder Hohlräumen federt die Folie an den Eckpunkten nicht gleichmässig ein, was das Reissrisiko exponentiell erhöht.

  • Palettenüberstand prüfen: Ladungsgut bündig mit den Palettenkanten abschliessen lassen.
  • Kantenschutz einsetzen: Bei rauen oder scharfen Kanten formstabile Karton- oder Kunststoff-Kantenschutzwinkel verwenden.
  • Fusswicklung kontrollieren: Den Hubschlitten so einstellen, dass die Folie nicht an hervorstehenden Holzkanten oder Splittern der Palette scheuert.

Vordehnung und Anlageneinstellungen

Bei halb- und vollautomatischen Palettenwicklern ist das Vordehnsystem (Power-Pre-Stretch) das Herzstück des Prozesses. Zwei gegenläufige Walzen dehnen die Maschinenstretchfolie um einen definierten Prozentsatz, typischerweise zwischen 150 % und 300 %. Wird hierbei eine Folie verwendet, deren Dehnpotenzial unterhalb der eingestellten Übersetzung des Vorrecksystems liegt, reisst die Folie bereits zwischen den Reckwalzen.

Ebenso wichtig ist die Unterscheidung zwischen Primärdehnung (im Vorrecksystem) und Sekundärdehnung (zwischen Wickelschlitten und Palette). Eine zu straff eingestellte Anlegespannung (Bremse) überdehnt das bereits gereckte Material an den Palettenecken.

Beispielrechnung: Eine Standard-Maschinenstretchfolie mit 23 my Nennstärke und einem maximalen Dehnvermögen von 180 % wird auf einer Anlage mit festem Zahnradsatz für 250 % Vordehnung betrieben. Die theoretische Dehnung liegt um 70 Prozentpunkte über der Materialtoleranz, was zwangsläufig zu kontinuierlichen Folienabrissen führt.

  • Zahnradübersetzung des Vordehnsystems mit der Folien-Spezifikation abgleichen.
  • Anlegespannung an den Ecken drosseln: Viele moderne Wickler bieten eine Eckverzögerung oder elektronische Kraftmessung.
  • Drehteller- bzw. Armgeschwindigkeit synchron zur Foliengabe anpassen, um Zugspitzen beim Anfahren zu vermeiden.

Rollenqualität und Beschädigungen am Rollenrand

Nicht jeder Riss liegt an der Anlage. Ein erheblicher Teil aller Abrisse rührt von mechanischen Beschädigungen der Folienrolle selbst her. Wird eine Stretchfolienrolle unsachgemäss transportiert, auf rauen Böden abgestellt oder schlägt sie an Kanten an, entstehen minimale Einkerbungen an den Stirnseiten der Rolle. Diese Kerben fungieren unter Zugspannung als Sollbruchstellen.

Zudem spielen Materialtoleranzen eine Rolle. Cast-Stretchfolien zeichnen sich durch hohe Gleichmässigkeit und Durchstossfestigkeit aus, reagieren jedoch empfindlich auf Randbeschädigungen. Blasfolien (Blown Film) weisen eine höhere Reissfestigkeit in Längs- und Querrichtung auf, haben jedoch oft ein lauteres Abrollgeräusch und höhere Dickentoleranzen.

Auch die Lagertemperatur beeinflusst das Dehnverhalten: Lagert Stretchfolie im Winter bei Minustemperaturen in ungeheizten Hallen, verliert das Polyethylen an Elastizität und wird spröde. Die ideale Verarbeitungstemperatur liegt zwischen 15 °C und 25 °C.

  • Stirnkantenkontrolle: Rollen vor dem Einspannen auf Kerben, Risse oder Eindellungen prüfen.
  • Rollen niemals ohne Schutzschicht auf dem Hallenboden abstellen oder rollen.
  • Folienrollen vor der Verarbeitung mindestens 24 Stunden bei Hallentemperatur akklimatisieren lassen.

Wartung und mechanischer Zustand des Folienwicklers

Verschleiss an den mechanischen Komponenten des Wickelschlittens führt zu unbemerktem Reiben und Überlastung des Folienbands. Gummierte Vorreckwalzen nutzen sich im Mehrschichtbetrieb ab oder verschmutzen durch Folienabrieb und Kleberückstände. Weist eine Walze Rillen oder Unebenheiten auf, wird die Folie ungleichmässig gedehnt und schlitzt mittig auf.

Zusätzlich führen defekte Kugellager in den Umlenkrollen zu erhöhtem Rollwiderstand. Dreht sich eine Führungsrolle nicht mehr frei, gleitet die Folie über die stehende Oberfläche. Die entstehende Reibungswärme schwächt das Material unmittelbar vor dem Palettenkontakt.

  • Vorreckwalzen regelmässig mit Isopropanol von Klebstoffresten und Staub reinigen.
  • Leichtgängigkeit aller Umlenk- und Führungsrollen im Schlitten bei jedem Rollenwechsel manuell prüfen.
  • Kompensationsarm (Tänzerarm) auf spielfreie Funktion und korrekte Federwirkung testen.

Systematische Fehlerbehebung: Schritt-für-Schritt-Diagnose

Wenn Stretchfolie beim Wickeln reisst, empfiehlt sich eine klare Vorgehensweise zur Eingrenzung des Fehlers: Beobachten Sie genau, an welcher Stelle im Zyklus der Riss entsteht. Reisst das Material zwischen den Vorreckwalzen, liegt das Problem bei Folienreckgrad, Walzenverschmutzung oder Rollenkante. Reisst es zwischen Schlitten und Palette, ist die Zugspannung zu hoch oder eine Packgutkante schneidet in die Folie.

Optimieren Sie im nächsten Schritt die Folienstärke und -type für Ihr Anforderungsprofil. Für extrem scharfkantige Güter empfiehlt sich eine zähe Cast-Folie mit hoher Durchstosskraft oder eine verstärkte Blasfolie. Für standardisierte Kartonagenpaletten reicht meist eine dünnere High-Performance-Folie mit hoher Vordehnfähigkeit.

BARG Packaging Schweiz liefert Maschinen- und Handstretchfolien in diversen Stärken und Reissfestigkeiten direkt ab Lager. Alle Lieferungen erfolgen frei Haus in die gesamte Schweiz, vollständig verzollt und mit transparenter Fakturierung in CHF.

  • Rissort lokalisieren: Im Reckwerk, im freien Bandlauf oder direkt an der Palettenecke.
  • Versuchsreihe fahren: Anlegespannung um 10–15 % reduzieren und Dehnverhalten prüfen.
  • Folientyp abgleichen: Entspricht der my-Wert und die Dehnbarkeit der Maschineneinstellung und Ladungsart?

Domande frequenti

Warum reisst die Stretchfolie immer an derselben Palettenecke?
Dies deutet fast immer auf einen Kantenüberstand, scharfe Kartonkanten oder einen hervorstehenden Nagel an der Palette hin. Reduzieren Sie an dieser Position die Anlegespannung der Maschine oder bringen Sie an den kritischen Stellen Kantenschutzprofile an.
Was bedeutet der Vordehnwert bei Maschinenstretchfolie?
Der Vordehnwert (z. B. 250 %) gibt an, um wie viel Prozent sich 1 Meter Folie im Vorrecksystem der Wickelmaschine verlängern lässt, ohne zu reissen. Aus 1 m Folie werden bei 250 % Vordehnung somit 3.5 m nutzbare Folie auf der Palette.
Wie erkenne ich, ob eine Folienrolle beschädigt geliefert wurde?
Prüfen Sie vor dem Einspannen die beiden Stirnseiten der Rolle. Kleine Schnitte, Dellen oder Risse im Randbereich führen dazu, dass die Folie unter Spannung sofort einreisst. Solche Rollen sollten für Maschinenwicklungen nicht verwendet werden.
Welche Rolle spielt die Raumtemperatur beim Reissen von Folien?
Polyethylen verliert bei Kälte an Elastizität. Liegt die Lagertemperatur unter 10 °C, wird das Folienmaterial steifer und reisst deutlich schneller ein. Kalte Rollen sollten vor der Verarbeitung mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur gelagert werden.

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