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Guide · Blog

Bedruckte Stretchfolie: Mindestmenge, Vorlaufzeit und Kostenfaktoren

Cet article est actuellement disponible en allemand.

Individuell bedruckte Stretchfolie schützt Paletten vor Transportschäden, verhindert Diebstahl und dient als rollender Werbeträger. Für eine reibungslose Beschaffung müssen Einkauf und Logistik jedoch spezifische Druckparameter, Mindestmengen und Produktionszeiten präzise kalkulieren.

Druckanforderungen: Druckbild, Farbanzahl und Rapportlänge

Bedruckte Stretchfolien werden im Flexodruckverfahren gefertigt. Für ein randscharfes Ergebnis auf Polyethylen (LLDPE) sind Vektordateien zwingend erforderlich (z. B. als PDF, EPS oder Adobe Illustrator). Pixelbasierte Bilddateien wie JPEG oder PNG eignen sich aufgrund von Skalierungsverlusten und Farbverläufen nicht für den Flexodruck auf dehnbaren Folien.

Die Farbdefinition erfolgt nach dem Pantone-Matching-System (PMS Solid Coated). In der industriellen Praxis dominieren 1- bis 3-farbige Drucke. Bei der Gestaltung ist zu beachten, dass Stretchfolie transluzent oder opak eingefärbt sein kann. Weisser Unterdruck ist bei dunklen oder transparenten Folien oft nötig, um Farbverfälschungen des Logos zu verhindern. Ein zentraler technischer Parameter ist der Druckrapport (Zylinderumfang): Er bestimmt den exakten Abstand, in dem sich das Logo auf der Folienbahn wiederholt – üblich sind Rapportlängen zwischen 250 mm und 500 mm.

  • Dateiformate: Vektordateien mit in Pfade umgewandelten Schriften
  • Farbsystem: Pantone Matching System (PMS C), 1- bis maximal 6-farbig
  • Druckart: Positivdruck (freistehendes Logo) oder Negativdruck (vollflächiger Hintergrund)
  • Rapport: Wiederholabstand des Motivs, abgestimmt auf die Zylindergrösse der Flexodruckmaschine

Folienparameter und Dehnungsverhalten im Druckprozess

Die Dehnungseigenschaften der Stretchfolie haben direkten Einfluss auf die Lesbarkeit des Druckbilds nach der Verarbeitung. Wird eine 500 mm breite Folie beim Wickelvorgang um 150 % gedehnt, verzieht sich ein filigranes Logo proportional in Längsrichtung. Aus diesem Grund werden Schriften und Logos bei hoher Vordehnung häufig leicht gestaucht gedruckt oder bewusst kompakt gestaltet.

Für Handstretchfolien werden meist Foliendicken von 17 my bis 23 my eingesetzt. Bei Maschinenstretchfolien kommen Dicken von 20 my bis 30 my mit garantierten Dehnwerten (z. B. 150 % bis 300 % Power-Pre-Stretch) zum Einsatz. Die Corona-Vorbehandlung der Folienoberfläche stellt sicher, dass die Druckfarben trotz Foliendehnung und Wickelspannung dauerhaft haften und nicht abplatzen.

  • Handstretchfolie: Typisch 500 mm Rollenbreite, 17–23 my Stärke, Kerndurchmesser 50 mm
  • Maschinenstretchfolie: Typisch 500 mm Rollenbreite, 20–30 my Stärke, Kerndurchmesser 76 mm
  • Dehnungsreserve: Motivplatzierung passend zum Dehngrad des Palettenwicklers

Mindestbestellmengen (MOQ) und Klischeekosten transparent kalkuliert

Im Flexodruck entstehen Rüstaufwände für das Einrichten der Farbwerke, das Montieren der Druckplatten (Klischees) sowie für den Anfahrabfall. Aus wirtschaftlichen Gründen setzen Hersteller daher feste Mindestmengen voraus. Bei Handstretchfolie liegt die Mindestauflage üblicherweise bei 240 bis 360 Rollen (1 Palette), bei Maschinenstretchfolie bei ca. 30 bis 60 Rollen (ca. 500 bis 1000 kg Material).

Die Klischeekosten fallen einmalig bei der Erstbestellung an und richten sich nach der Motivfläche sowie der Anzahl der Druckfarben. Pro Farbe und Klischee fallen erfahrungsgemäss Fixkosten an. Bei unverändertem Nachdruck entfallen diese Werkzeugkosten vollständig.

  • Beispielrechnung Rüst- und Klischeekosten: 2-Farben-Druck (Logo blau/schwarz) = 2 separate Photopolymer-Klischees (z. B. 2 x CHF 180.- = CHF 360.- einmalige Druckplattenkosten).
  • Beispielrechnung Stückkostenstaffel (Handstretchfolie 20 my, 500 mm, 300 m): Bei Abnahme von 1 Palette (240 Rollen) fallen die Rüstkosten pro Rolle stärker ins Gewicht als bei 3 Paletten (720 Rollen), wodurch der Rollenpreis bei steigender Auflage spürbar sinkt.

Vorlaufzeiten: Vom Gut zum Druck bis zur Auslieferung

Die Beschaffung von bedruckter Stretchfolie erfordert längere Planungszyklen als Standard-Lagerware. Die Gesamtdurchlaufzeit einer Erstbestellung gliedert sich in mehrere Phasen: Datenprüfung, Freigabe der Druckstandskizze (Gut zum Druck / GZD), Klischeeherstellung, Folienextrusion, Druckvorgang und Konfektionierung.

Für Neuaufträge muss mit einer Vorlaufzeit von 4 bis 6 Wochen ab Druckfreigabe gerechnet werden. Bei Folgeaufträgen mit identischem Druckbild entfällt die Klischeefertigung, womit sich das Lieferfenster in der Regel auf 2 bis 4 Wochen verkürzt. Saisonale Spitzen (z. B. Herbstgeschäft) sollten im Bestellrhythmus frühzeitig eingeplant werden.

  • Tag 1–3: Prüfung der Vektordaten und Erstellung der Standskizze (Korrekturabzug)
  • Tag 4–7: Freigabe durch den Kunden und Gravur der Klischees
  • Woche 2–4: Extrusion des Grundmaterials, Bedruckung und Wicklung/Konfektion
  • Woche 5–6: Qualitätskontrolle, Trocknung, Palettierung und Auslieferung

Checkliste: Notwendige Angaben für eine Druckanfrage

Um ein verbindliches und schnelles Angebot ohne zeitraubende Rückfragen zu erhalten, sollte jede Anfrage folgende technische und logistische Rahmendaten enthalten:

  • Folientyp: Handstretchfolie oder Maschinenstretchfolie
  • Grundmaterial: Transparent, weiss-opak, schwarz-opak oder Rezyklat-Anteil
  • Dimensionen: Folienbreite (z. B. 500 mm), Dicke (z. B. 23 my), Lauflänge pro Rolle
  • Druckspezifikation: Anzahl Druckfarben (genaue Pantone C Codes) und Druckrapport
  • Druckart: 1-seitig, fortlaufend, vollflächig oder zentriert
  • Bedarfsmenge: Gewünschte Paletten- oder Rollenanzahl (unter Beachtung der Mindestmenge)
  • Lieferadresse und Abladebedingungen: Rampe, Hebebühne oder Staplerentladung

Beschaffung über BARG Packaging Schweiz

BARG Packaging Schweiz realisiert massgeschneiderte Druckprojekte für Hand- und Maschinenstretchfolien nach Ihren betrieblichen Vorgaben. Sie erhalten eine fundierte anwendungstechnische Beratung zu Folienstärken und Dehnungsverhalten, transparente Angebote inklusive aller Klischeekosten sowie eine termingerechte Lieferung frei Haus in die gesamte Schweiz – vollständig verzollt und mit Abrechnung in CHF.

Questions fréquentes

Warum kann man Stretchfolie nicht im 4-Farb-Rasterdruck (CMYK) fotorealistisch bedrucken?
Stretchfolie verhält sich unter mechanischer Zugbelastung dynamisch. Rasterpunkte eines CMYK-Drucks würden bei der Dehnung auf dem Palettenwickler verschwimmen und unschöne Farbverschiebungen erzeugen. Für ein sauberes Erscheinungsbild werden daher fast ausschliesslich Volltonfarben (Pantone) im Strichdruck verwendet.
Wie hoch ist die Mindestbestellmenge bei bedruckter Stretchfolie in der Schweiz?
Die Mindestbestellmenge liegt bei Handstretchfolie in der Regel bei einer Industriepalette (ca. 240 bis 360 Rollen). Bei Maschinenstretchfolie beginnt die wirtschaftliche Mindestmenge bei etwa 30 bis 60 Rollen bzw. ca. 500 bis 1000 kg Gesamtgewicht.
Wie lange halten die hergestellten Druckklischees für Nachbestellungen?
Fachgerecht gereinigte und lichtgeschützt gelagerte Photopolymer-Klischees halten mehrere Jahre und können für wiederkehrende Produktionsläufe problemlos wiederverwendet werden. Kosten fallen erst dann erneut an, wenn sich das Motiv, die Abmessungen oder die Farbdefinitionen ändern.
Können auch nachhaltige Folien mit Rezyklatanteil bedruckt werden?
Ja, PCR- (Post-Consumer-Recycled) und PIR-Stretchfolien (Post-Industrial-Recycled) können im Flexodruckverfahren bedruckt werden. Wegen der leichten Eigenfärbung von Rezyklatfolien empfiehlt sich vorab eine Abstimmung bezüglich Deckkraft und Kontrast der gewählten Pantone-Farbtöne.

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