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Guide · Blog

Bündelstretch Anwendung: Ersatz für Umreifungsband und Schrumpffolie

Cet article est actuellement disponible en allemand.

Bündelstretch – auch als Mini-Stretchfolie bekannt – wird in Verpackungsprozessen oft unterschätzt. Das handliche Format von 100 bis 125 mm Breite bietet in vielen Einsatzbereichen eine materialschonende, energiesparende und prozesssichere Alternative zu Umreifungsbändern aus PP oder PET sowie zu thermisch geschrumpften Folien.

Funktionsweise und technische Parameter von Bündelstretch

Bündelstretchfolie besteht in der Regel aus mehrschichtigem Polyethylen niedriger Dichte (LLDPE) und wird meist im Cast-Verfahren extrudiert. Typische Rollenbreiten liegen bei 100 mm oder 125 mm, mit Kerndurchmessern von 38 mm oder 50 mm für Handabroller oder mit beidseitig verlängertem Pappkern zur Direktverarbeitung. Die Standardstärken variieren im industriellen Bereich zwischen 17 my und 23 my, bei einer Dehnbarkeit von 150 bis 250 Prozent je nach Rezeptur.

Im Gegensatz zu Klebebändern haftet Bündelstretch ausschliesslich auf sich selbst. Die Adhäsion entsteht durch die werkseitige Co-Extrusion von klebrigen Polymerketten auf der Folieninnenseite. Dadurch bleiben Oberflächen von empfindlichen Transportgütern völlig frei von Klebstoffrückständen. Gleichzeitig nutzt die Folie die elastische Rückstellkraft (Memory-Effekt): Nach dem Dehnen während des Umwickelns zieht sich das Material zusammen und erzeugt eine gleichmässige, flächige Spannung auf das Packgut.

  • Rollenbreiten: Standardmässig 100 mm und 125 mm für manuelles Handling
  • Materialstärken: 17 my (leichte Güter, Kartonagen) bis 23 my (scharfkantige Metallprofile)
  • Haftung: Reines Adhäsionsprinzip ohne chemische Klebstoffe oder Rückstände
  • Verarbeitung: Handabroller mit mechanischer Bremse oder verlängerte Pappkerne

Bündelstretch als Alternative zu Umreifungsbändern

Umreifungsbänder aus Polypropylen (PP) oder Polyester (PET) sind im Schwertransport unverzichtbar, stossen jedoch bei druckempfindlichen Gütern an Grenzen. Die schmale Kantenführung von 9 bis 16 mm Bandbreite erzeugt punktuell hohe Schnittkräfte, die Kartonkanten eindrücken, lackierte Rohre zerkratzen oder Holzleisten einkerben. Zusätzliche Kantenschutzwinkel aus Vollpappe oder Kunststoff verhindern diesen Effekt zwar, erhöhen jedoch die Stückkosten und verlängern die Rüstzeit pro Packeinheit.

Bündelstretch verteilt die Haltekraft über eine Breite von 100 mm. Das Risiko von Kantenschäden sinkt gegen null, da sich die flexible Folie konturgenau an unregelmässige Formen anpasst. Zudem entfällt das Sicherheitsrisiko beim Öffnen: Während unter Spannung stehende Umreifungsbänder beim Durchtrennen unkontrolliert aufspringen können, lässt sich Bündelstretch gefahrlos mit einem Sicherheitsmesser aufschneiden oder abreissen.

  • Keine Kantenbeschädigungen: Flächige Druckverteilung statt punktueller Linienlast
  • Kein Zubehörbedarf: Verzicht auf Kantenschutzecken, Verschlusshülsen oder Akku-Umreifungsgeräte
  • Arbeitssicherheit: Kein Aufschnellen von gespannten Bändern beim Wareneingang
  • Fixierung flexibler Bündel: Gleicht Volumenschwankungen bei nachgebenden Gütern eigenständig aus

Bündelstretch als Ersatz für Schrumpffolie

Das Bündeln mittels Schrumpffolie erfordert den Einsatz thermischer Energie über Heissluftgeräte, Schrumpfpistolen oder automatisierte Schrumpftunnel. Neben den Energiekosten stellt der Einsatz von offener Heissluft oder Heizelementen ein permanentes Sicherheitsrisiko im Lager dar (Brandgefahr nach Brandschutzvorschriften der VKF). Zudem erfordert das thermische Schrumpfen Abkühlzeiten, bevor das Bündel weiterverarbeitet oder verladen werden kann.

Die Bündelstretch Anwendung ist ein rein kalter Prozess. Es entsteht kein Energiebedarf für Heizaggregate, und das Packgut wird direkt nach dem Wickeln mit voller Haltekraft fixiert. Bei temperaturempfindlichen Produkten wie Kunststoffprofilen, Elektrokabeln oder lackierten Bauteilen wird das Risiko von thermischen Verformungen oder Oberflächenverschmelzungen vollständig eliminiert.

  • Energieeinsparung: 100 % Wegfall von Strom- oder Gaskosten für Schrumpfaggregate
  • Brandschutz: Beseitigung offener Hitzequellen im Kommissionier- und Verpackungsbereich
  • Prozessbeschleunigung: Sofortige Weiterleitung ohne Wartezeit auf Materialabkühlung
  • Produktschutz: Keine thermische Belastung hitzesensibler Materialien

Typische Einsatzbereiche in der Logistikpraxis

Die Anwendung von Bündelstretch erstreckt sich über vielfältige Prozesse in Produktion, Lager und Kommissionierung. Besonders im Langgutbereich zeigt die Folie ihre Stärken: Aluminiumprofile, Rohre, Holzleisten oder Kabelkanäle lassen sich mit wenigen Umwicklungen an den Enden und in der Mitte zu stabilen Einheiten bündeln, die weder verrutschen noch gegeneinander scheuern.

In der Kommissionierung dient Bündelstretch zur Bildung logistischer Untereinheiten (Multi-Packs), um Kleinartikel vor dem Einpacken in Umkartons zu sichern. Auch zur temporären Transportsicherung vor dem Hauptwickelprozess auf der Palette wird Mini-Stretch eingesetzt: Kopfwicklungen sichern instabile Kartonlagen, bevor die Palette in den vollautomatischen Stretchanlagen gewickelt wird.

  • Langgutbündelung: Profile, Rohre, Leisten, Schläuche und Stangenmaterial
  • Kommissionier-Sets: Zusammenfassen von Teilmengen zu festen Abgabeeinheiten
  • Palettenvorbereitung: Fixieren oberer Lagen gegen Verrutschen vor dem Einstretchen
  • Kabelsicherung: Schonendes Zusammenhalten aufgerollter Kabel und Leitungen
  • Möbel- und Türenfertigung: Transportsicherung loser Schubladen, Türen und Beschlagteile

Wirtschaftlichkeitsvergleich und Prozessentscheidung

Die Entscheidung zwischen Bündelstretch, Umreifung und Schrumpffolie lässt sich anhand einer einfachen Prozessbetrachtung quantifizieren. Folgendes Rechenbeispiel vergleicht das Bündeln von 100 Einheiten Langgut (Aluminiumprofile, 2 m Länge, 3 Fixierpunkte pro Einheit) bei manueller Verpackung.

Beispielrechnung: Bei Umreifungsband fallen pro Bündel 3 Bandabschnitte (à 0.8 m), 6 Kantenschutzwinkel und 3 Verschlusshülsen an. Materialkosten pro Bündel: ca. 0.45 CHF. Arbeitszeit pro Bündel (inkl. Ansetzen der Ecken): ca. 45 Sekunden. Bei Bündelstretch werden pro Fixierpunkt 4 Wicklungen (100 mm Folie, 23 my) aufgebracht, was ca. 3.2 m Folie pro Bündel entspricht. Materialkosten pro Bündel: ca. 0.12 CHF. Arbeitszeit pro Bündel: ca. 20 Sekunden. Bei 100 Einheiten spart der Einsatz von Bündelstretch 33.00 CHF Material und über 40 Minuten reine Verpackungszeit.

Für Schweizer Betriebe bietet BARG Packaging ein abgestimmtes Sortiment an Bündelstretchfolien, Handabrollern und Maschinenrollen. Die Lieferung erfolgt frei Haus in die gesamte Schweiz, vollständig verzollt und mit transparenter Fakturierung in CHF.

  • Geringere Rüst- und Nebenzeit durch Wegfall von Hilfsmitteln wie Kantenschutz
  • Niedrigere Materialkosten bei Kleingebinden und Profilbündeln
  • Reduzierter Verschleiss an Werkzeugen im Vergleich zu Umreifungsgeräten

Questions fréquentes

Welche Folienstärke wird für Bündelstretch empfohlen?
Für glatte Oberflächen und leichte Kartonagen genügt eine Folienstärke von 17 my. Bei unregelmässig geformten, schweren oder scharfkantigen Gütern wie Metallprofilen oder Schnittstäben empfiehlt sich eine Folienstärke von 20 my bis 23 my, um ein Durchstossen der Folie unter Dehnung zu verhindern.
Hinterlässt Bündelstretchfolie Rückstände auf empfindlichen Oberflächen?
Nein. Bündelstretchfolie haftet ausschliesslich durch molekulare Adhäsionskräfte der Polyethylen-Schichten auf sich selbst. Da keine Klebstoffbeschichtungen wie bei Klebebändern verwendet werden, bleiben eloxiertes Aluminium, Edelstahl, Glas oder lackiertes Holz völlig rückstandsfrei.
Ist ein Handabroller für Bündelstretch zwingend erforderlich?
Für Rollen mit verlängertem Pappkern ist kein Abroller nötig, da die Folie direkt an den Kernenden geführt und gebremst werden kann. Für Rollen mit Standardkern (38 oder 50 mm) ist ein ergonomischer Handabroller mit einstellbarer Bremse ratsam, um die nötige Vorspannung für die Rückstellkraft reproduzierbar aufzubauen.
Kann Bündelstretch recycelt werden?
Ja. Bündelstretch besteht aus reinem PE-LD (Polyethylen niedriger Dichte) und kann dem regulären Wertstoffkreislauf für Folienabfälle (PE-Fraktion) zugeführt werden. Im Gegensatz zu Verbundmaterialien oder beklebten Bändern ist das Material zu 100 Prozent stofflich rezyklierbar.

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