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Guide · Blog

Folienverbrauch messen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Versand

Cet article est actuellement disponible en allemand.

Wer die Verpackungskosten im Warenausgang senken will, muss den tatsächlichen Materialeinsatz pro Ladungsträger kennen. Mit einfachen Messverfahren lässt sich der Folienverbrauch pro Palette direkt im Betrieb ohne teure Sensorik exakt ermitteln. Dieser Leitfaden zeigt die praxiserprobten Methoden, notwendige Berechnungsformeln und typische Einsparpotenziale.

Warum das Schätzen des Folienverbrauchs fehlschlägt

In vielen Logistikbetrieben wird der Folienverbrauch ausschliesslich über die monatlich eingekauften Rollenkontingente geteilt durch die Anzahl versendeter Paletten kalkuliert. Dieser rechnerische Durchschnittswert verschleiert jedoch massive Abweichungen im Tagesgeschäft. Unterschiedliche Schichtbesetzungen, variierende Palettengewichte, falsch eingestellte Wickelprogramme an Halbautomaten oder manuelle Sicherheitswicklungen führen dazu, dass einzelne Ladungen doppelt so viel Folie verbrauchen wie nötig.

Ohne exakte Messung vor Ort fehlen belastbare Daten für den Einkauf und die Prozessoptimierung. Wer den Folienverbrauch prozesssicher senken möchte, benötigt eine reproduzierbare Messmethode, die den Nettoverbrauch pro Palette in Gramm ausweist. Nur so lassen sich Folientypen, Foliendicken (my) und Vorreckgrade objektiv miteinander vergleichen.

  • Transparenz: Genaue Kosten pro versendeter Palette statt pauschaler Schätzwerte
  • Qualitätskontrolle: Nachweis, ob die Palettensicherung den Vorgaben entspricht
  • Vergleichbarkeit: Objektive Bewertung von Standardfolie versus Hochleistungs- oder Rezyklatfolie
  • Prozessstabilität: Identifikation von Fehlbedienungen und Abweichungen zwischen Schichten

Messverfahren 1: Die Schneid- und Wiegemethode (Schnitttest)

Die Schneid- und Wiegemethode ist der Standard in der industriellen Verpackungsprüfung. Sie erfordert lediglich ein Sicherheitsmesser sowie eine kalibrierte Paket- oder Präzisionswaage mit einer Genauigkeit von mindestens 1 g.

Das Verfahren läuft wie folgt ab: Eine Palette wird nach den regulären Vorgaben vollständig eingewickelt. Anschliessend wird die gesamte Folie mit einem Sicherheitsmesser vertikal an einer unkritischen Stelle aufgeschnitten und restlos von der Palette entfernt. Die Folie wird zu einem kompakten Knäuel geformt und auf der Waage gewogen. Das ermittelte Gewicht entspricht exakt dem Folienverbrauch dieser spezifischen Wicklung.

Um statistische Ausreisser zu vermeiden, empfiehlt es sich, mindestens fünf aufeinanderfolgende Paletten desselben Typs zu testen und den arithmetischen Mittelwert zu bilden. Bei Maschinenwicklungen sollte der Test bei unterschiedlichen Palettenhöhen und Lastprofilen wiederholt werden.

  • Benötigtes Werkzeug: Sicherheitsmesser (Cutter mit verdeckter Klinge), Präzisionswaage (0 bis 2000 g, Teilung 1 g)
  • Vorteil: Extrem präzise, erfasst auch Folienseile, Überlappungen und Fuss-/Kopfwicklungen
  • Nachteil: Die Palette muss nach dem Test für den eigentlichen Versand neu gewickelt werden

Messverfahren 2: Die Rollen-Differenzwägung

Für Handstretchfolie oder kontinuierliche Prozesskontrollen an Wickelmaschinen ohne Zerstörung der Transportsicherung eignet sich die Differenzwägung der Folienrolle. Hierbei wird das Gewicht der Rolle vor und nach dem Wickelvorgang erfasst.

Bei Handwicklungen wird die Handrolle inklusive Pappkern vor Beginn gewogen (Gewicht A). Nach dem vollständigen Einwickeln der Palette wird die Rolle erneut gewogen (Gewicht B). Die Differenz (Gewicht A minus Gewicht B) ergibt den Folienverbrauch der Palette. Bei Maschinenrollen kann dieses Verfahren angewendet werden, indem eine definierte Serie von beispielsweise zehn Paletten gewickelt und der Gesamtverbrauch durch zehn geteilt wird. Dies reduziert Messfehler durch minimale Folienschwankungen.

  • Vorteil: Zerstörungsfrei, die gewickelte Palette kann direkt in den Versand gehen
  • Voraussetzung: Präzise Waage für das Gesamtgewicht der Rolle (bei Maschinenrollen bis 20 kg Tragkraft erforderlich)
  • Einschränkung: Bei Maschinen mit automatischem Folienschnitt muss der Abschnitt exakt der Palette zugeordnet werden

Beispielrechnung: Wirtschaftlichkeit und Einsparpotenzial

Anhand eines realistischen Praxisbeispiels wird deutlich, welche finanziellen und materiellen Auswirkungen eine systematische Verbrauchsmessung hat. Ein Betrieb versendet 15'000 Europaletten pro Jahr und nutzt bisher eine Standard-Cast-Maschinenfolie mit 23 my Stärke.

Beispielrechnung Ausgangslage: Der Schnitttest ergibt einen Verbrauch von 380 g Folie pro Palette. Bei 15'000 Paletten entspricht dies einem Jahresverbrauch von 5'700 kg Stretchfolie. Bei einem angenommenen Folienpreis von 2.80 CHF pro kg belaufen sich die reinen Materialkosten auf 15'960 CHF pro Jahr.

Beispielrechnung Optimierung: Durch den Wechsel auf eine moderne 15 my Hochleistungs-Blasfolie und die Erhöhung der Vordehnung an der Wickelmaschine von 150 % auf 250 % sinkt das Foliengewicht pro Palette bei identischer Rückstellkraft auf 190 g. Der Jahresverbrauch reduziert sich auf 2'850 kg Folie. Selbst wenn die Hochleistungsfolie mit 3.40 CHF pro kg im Einkauf teurer ist, liegen die Gesamtkosten neu bei 9'690 CHF pro Jahr. Die Nettoersparnis beträgt 6'270 CHF pro Jahr bei einer gleichzeitigen Reduktion des Plastikabfalls um 2.85 Tonnen.

  • Materialreduktion: -50 % Foliengewicht pro Palette
  • Kostenreduktion: -39 % Gesamtkosten trotz höherem Kilopreis
  • CO2-Reduktion: Deutlich geringerer Rohstoffverbrauch und weniger Entsorgungsaufwand beim Empfänger

Messprotokoll und Kennzahlen zur Prozessüberwachung

Um den Folienverbrauch nachhaltig zu kontrollieren, sollte im Warenausgang ein simples Messprotokoll geführt werden. Neben dem reinen Gewicht in Gramm sind dabei Rahmenparameter festzuhalten: Datum, Palettenart, Ladehöhe, Maschineneinstellung (Pre-Stretch in Prozent, Wickelschema oben/unten) und Folientyp.

Daraus lassen sich drei zentrale Kennzahlen für das betriebliche Controlling ableiten:

1. Spezifischer Folienverbrauch: Gramm Folie pro Palette (Zielwert je nach Palettengewicht meist zwischen 150 g und 280 g).

2. Verpackungskosten pro Palette: Folienverbrauch (kg) multipliziert mit Folienpreis (CHF/kg).

3. Vorreckgrad: Tatsächlich erreichte Dehnung im Vergleich zur theoretischen Dehnfähigkeit der Folie.

Für die Umsetzung im Betrieb bietet BARG Packaging Schweiz ein abgestimmtes Sortiment an Hand- und Maschinenstretchfolien in diversen Stärken und Vordehnungen. Die Lieferung erfolgt frei Haus in die Schweiz, verzollt und mit transparenter Preisangabe in CHF.

Questions fréquentes

Wie viel Gramm Stretchfolie pro Palette gelten als Richtwert?
Der Verbrauch hängt stark von Palettengewicht und Ladungshöhe ab. Bei einer Standard-Europalette mit homogener Ladung bis 500 kg liegt ein optimierter Wert mit modernen Folien bei 150 bis 220 g. Bei schweren oder kantigen Gütern über 800 kg bewegt sich der Verbrauch üblicherweise zwischen 250 und 350 g.
Wie unterscheidet sich der Verbrauch zwischen Hand- und Maschinenfolie?
Beim Handwickeln liegt der Verbrauch pro Palette oft 30 bis 60 % höher als beim automatisierten Wickeln. Grund dafür ist, dass von Hand selten eine Vordehnung über 50 % erreicht wird, während moderne Maschinen mit Power-Pre-Stretch-Systemen Folien um 200 bis 300 % dehnen und so deutlich weniger Materialgewicht benötigen.
Beeinflusst eine dünnere Folie die Transportsicherheit negativ?
Nicht zwingend. Hochwertige Mehrschichtfolien (Cast oder Blasfolie) mit 12 bis 17 my bieten durch moderne Polymerstrukturen oft eine höhere Durchstossfestigkeit und Rückstellkraft als herkömmliche Standardfolien mit 23 my. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Folientyp, Dehnung und Wickelkraft.
Wie oft sollte der Folienverbrauch im Versand gemessen werden?
Eine Kontrollmessung empfiehlt sich bei jedem Folienchargen-Wechsel, bei Änderungen an den Wickelprogrammen der Maschinen sowie stichprobenartig einmal pro Quartal. So werden mechanische Abnutzungen am Vordehnsystem der Wickler oder Bedienfehler frühzeitig erkannt.

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