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Kernlose Stretchfolie: Vor- und Nachteile im Arbeitsalltag
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Kernlose Stretchfolie verzichtet vollständig auf den herkömmlichen Pappkern und verspricht eine spürbare Reduktion von Abfall und Frachtgewicht. In der manuellen Palettensicherung bringt der Verzicht auf die Papphülse spezifische Vor- und Nachteile mit sich, die Logistik- und Einkaufsverantwortliche vor einer Umstellung sorgfältig abwägen sollten. Dieser Beitrag beleuchtet Funktionsweise, Wirtschaftlichkeit und betriebliche Herausforderungen im täglichen Einsatz.
Funktionsweise und Handhabung hülsenloser Handrollen
Bei konventionellen Handstretchfolien dient eine gewickelte Papphülse mit einem Innendurchmesser von meist 50 mm als stabiler Trägerkörper. Kernlose Stretchfolien werden hingegen mit einer speziellen Wickeltechnik direkt ohne Trägermaterial gefertigt. Die Stabilität der Rolle entsteht rein durch die Eigenspannung und Kohäsion der gewickelten Polyethylen-Lagen (LLDPE).
Für die Verarbeitung im Versandbereich kommen wiederverwendbare Abroller oder Handgriffe aus Kunststoff bzw. Leichtmetall zum Einsatz. Diese Adapter werden in die Kernöffnung der Rolle eingesteckt und klemmen sich mechanisch fest. Nach dem vollständigen Abwickeln der Folie verbleibt kein Restmüll: Der Adapter wird entnommen und in die nächste Folienrolle eingesetzt. Für die Mitarbeitenden im Lager ändert sich der eigentliche Wickelablauf kaum, sofern passende und ergonomische Handabroller verwendet werden.
- Wiederverwendbare Kunststoff- oder Aluminium-Einsätze ersetzen die Einweg-Papphülse
- Mechanische Fixierung im Inneren der Rolle verhindert ein Durchrutschen beim Spannen
- Keine Veränderung der Dehn- und Halteeigenschaften der Folie bei gleicher Materialstärke (z. B. 17 my bis 23 my)
Vorteile im Betrieb: Abfallvermeidung und Ergonomie
Der offensichtlichste Vorteil kernloser Handstretchfolie liegt im vollständigen Entfall des Hülsenabfalls. In vielen Logistikbetrieben fallen pro Palette Handstretchfolie hunderte Papphülsen an, die gelagert, zerkleinert und über den Karton- bzw. Papiermüll entsorgt werden müssen. Dieser Entsorgungsaufwand entfällt bei kernlosen Systemen zu 100 Prozent.
Ein weiterer betrieblicher Vorteil ist die Reduktion des Rollengewichts. Eine Standard-Papphülse wiegt je nach Wandstärke zwischen 200 g und 350 g. Fällt dieses Totgewicht weg, ist die Rolle bei gleicher Folienlänge spürbar leichter. Dies verbessert die Ergonomie für das Verpackungspersonal bei manueller Einstreckung massgeblich, insbesondere beim Bücken für die Fusswicklung sowie beim Erreichen der oberen Palettenlagen.
Zusätzlich erhöht sich die Transport- und Lagereffizienz: Da kein Hohlraum für dicke Pappkerne transportiert werden muss, passen bei vielen Herstellern mehr Laufmeter Folie auf eine Palette oder in einen Versandkarton. Das senkt das Volumengewicht im Wareneingang und spart Lagerfläche im Verpackungsbereich.
- 100 % recyclingfähiger Monowerkstoff (PE) ohne Materialtrennung am Arbeitsplatz
- Gewichtseinsparung von 200 g bis 350 g pro Rolle entlastet Rücken und Gelenke des Personals
- Geringeres Transportvolumen und weniger Palettenstellplätze im Rohwarenlager
- Vollständige Foliennutzung bis auf den letzten Meter ohne Verkleben auf der Pappe
Nachteile und Risiken bei Lagerung und Verarbeitung
Trotz ökologischer und ergonomischer Vorteile birgt die kernlose Folie prozessuale Risiken, die vor allem die mechanische Empfindlichkeit betreffen. Fällt eine Standardrolle mit Pappkern zu Boden, fängt die Hülse die Aufprallenergie ab. Stürzt hingegen eine kernlose Rolle ungünstig auf eine Kante, kann sich die Innenöffnung verformen oder die Folienränder können gestaucht werden. Eine deformierte Innenbohrung erschwert das Einsetzen des Mehrweg-Abrollers erheblich oder macht die Rolle unbrauchbar.
Ein weiterer Schwachpunkt liegt in der Handhabung der letzten Folienschichten. Ohne starren Kern neigen die innersten 5 bis 10 Meter dazu, beim Abwickeln unter hoher Zugspannung einzufallen oder sich vom Adapter zu lösen, wenn dieser nicht exakt zentriert ist. Zudem entsteht im Betrieb ein logistischer Zusatzaufwand für die Verwaltung der Mehrweg-Spender: Gehen Abroller verloren oder werden beschädigt, stoppt der Verpackungsprozess.
- Erhöhte Stoussempfindlichkeit der Rollenränder und der Innenöffnung bei Stürzen
- Abhängigkeit von passenden Mehrweg-Adaptern; Fehlinvestitionen bei inkompatiblen Systemen
- Schulungsaufwand für Mitarbeitende bezüglich des korrekten Einsetzens der Handabroller
- Möglicher Folienverlust am Rollenende bei minderwertigen Spannmechanismen
Wirtschaftlichkeit und Beispielrechnung
Die Wirtschaftlichkeit kernloser Folie hängt von Rollenpreis, Einsparungen bei der Entsorgung und dem internen Handling ab. Zwar sind kernlose Rollen in der Anschaffung pro Kilogramm reinem Folienmaterial oft geringfügig teurer, da spezialisierte Wickelanlagen erforderlich sind, dieser Aufpreis amortisiert sich jedoch häufig über die Folgekosten.
Beispielrechnung für einen mittelgrossen Versandbetrieb in der Schweiz mit einem Jahresverbrauch von 2'400 Handrollen (Breite 500 mm, 20 my, 300 m Laufleistung): - Hülsengewicht konventionell: 0.28 kg pro Rolle - Gesamtes Hülsengewicht pro Jahr: 2'400 x 0.28 kg = 672 kg Altpapier/Karton - Entsorgungs- und Handlingkosten Karton (interner Transport, Pressen, Muldenmiete, Gebühren): ca. 180 CHF pro Tonne = 121 CHF direkte Ersparnis - Eingespartes Totgewicht beim Frachttarif: 672 kg Transportgewicht eliminiert - Anschaffung Mehrweg-Abroller: 6 Arbeitsplätze x 35 CHF = 210 CHF Einmalkosten Im Ergebnis amortisieren sich die Adapter meist innerhalb des ersten Betriebsjahres. Der grösste Hebel liegt jedoch nicht allein in den direkten Entsorgungsgebühren, sondern in den freigesetzten Arbeitszeiten, da Mitarbeitende keine leeren Hülsen sammeln und entsorgen müssen.
- Amortisation der Spendereinheiten typischerweise innerhalb von 6 bis 12 Monaten
- Reduktion der internen Wegezeiten für Hülsensammlung und Müllverdichtung
- Einkauf zahlt ausschliesslich für nutzbares Folienpolymer statt für Pappe
Entscheidungskriterien und Einführung im Betrieb
Vor der flächendeckenden Umstellung auf kernlose Stretchfolie empfiehlt sich eine systematische Testphase an ausgewählten Packtischen. Dabei sollten unterschiedliche Spendermodelle (z. B. mit einstellbarer Ablaufbremse oder Schnellspannverschluss) von den Verpackungsmitarbeitenden bewertet werden.
Prüfen Sie im Vorfeld die folgenden betrieblichen Parameter:
Für Schweizer Logistikbetriebe, die ihren Verpackungsprozess optimieren und Abfallmengen senken möchten, bietet BARG Packaging ein abgestimmtes Sortiment an Standard- und Spezialstretchfolien mit Lieferung frei Haus in die Schweiz, verzollt und mit transparenten Preisen in CHF.
- Packplatz-Infrastruktur: Stehen feste Plätze für die Lagerung der Mehrweg-Abroller zur Verfügung?
- Mitarbeiterakzeptanz: Wurde das Team im Einsetzen und Lösen der Adapter geschult?
- Bruchsicherheit: Sind die Lager- und Bereitstellungszonen so gestaltet, dass Rollen nicht herunterfallen können?
- Kompatibilität: Entspricht der Innendurchmesser der kernlosen Rollen dem Standard der Mehrwegsysteme?
Questions fréquentes
- Kann kernlose Stretchfolie ohne speziellen Abroller verarbeitet werden?
- Nein, kernlose Folie benötigt zwingend einen wiederverwendbaren Handabroller oder Griffeinsatz. Ohne Innenkern lässt sich die Rolle beim manuellen Wickeln nicht mit den Fingern führen, ohne Verbrennungen durch Reibung oder ein Zusammendrücken der Folienöffnung zu riskieren.
- Ist kernlose Stretchfolie genauso reissfest wie Standardfolie?
- Ja, die Reissfestigkeit und Durchstossfestigkeit hängen ausschliesslich von der verwendeten Rohstoffqualität (wie Cast- oder Blasfolie aus LLDPE) und der Foliendicke ab. Das Fehlen des Pappkerns hat keinen Einfluss auf die werkstofflichen Eigenschaften oder die Palettenstabilität.
- Was passiert, wenn eine kernlose Rolle herunterfällt?
- Bei einem Sturz auf harten Betonboden kann sich die hülsenlose Innenöffnung verformen oder die Kanten können einreissen. Um Folienrisse und Blockaden beim Abwickeln zu vermeiden, müssen kernlose Rollen sorgfältig gelagert und vor Stössen geschützt werden.
- Gibt es kernlose Folien auch für Wickelmaschinen?
- Es existieren kernlose Maschinenstretchfolien, diese erfordern jedoch spezielle Spannachsen an den Palettenwicklern. Im Markt dominieren kernlose Systeme daher vor allem im Bereich der Handstretchfolie, wo das Einsparpotenzial an Hülsengewicht prozentual am höchsten ist.
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