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Guide · Blog

PCR Stretchfolie: Kosten pro Palette realistisch berechnen

Cet article est actuellement disponible en allemand.

Der Rollenpreis allein liefert keine verlässliche Aussage über die Wirtschaftlichkeit einer PCR-Stretchfolie. Wer Primärmaterial durch Folien mit Post-Consumer-Rezyklat (PCR) ersetzt, muss Materialverbrauch, Maschinengängigkeit und Palettenstabilität als Gesamtsystem betrachten.

Rollenpreis kontra Kosten pro Palette

In der Beschaffung wird häufig der Kilopreis oder der Stückpreis pro Folienrolle verglichen. Diese Kennzahl greift jedoch zu kurz, wenn es um PCR-Stretchfolien geht. Durch den Einsatz von aufbereiteten Post-Consumer-Kunststoffen verändern sich die rheologischen Eigenschaften des Materials. Das wirkt sich direkt auf das Dehnverhalten, die Rückstellkräfte und die nötige Schichtanzahl beim Wickelvorgang aus.

Ausschlaggebend für die Gesamtkalkulation sind ausschliesslich die effektiven Kosten pro Palette. Diese Kennzahl setzt sich aus dem Netto-Kilopreis, dem Grammgewicht der verbrauchten Folie pro Wicklung sowie allfälligen Nebenkosten durch Prozessunterbrüche zusammen. Eine scheinbar günstigere Rezyklatfolie kann die Gesamtkosten steigern, wenn zur Erzielung der geforderten Ladesicherung mehr Lagen gewickelt werden müssen oder die Vorreckung an der Maschine reduziert werden muss.

  • Einkaufspreis pro Rolle: Bildet das Materialvolumen ab, ignoriert aber den realen Verbrauch.
  • Folienverbrauch in Gramm pro Palette: Bestimmt zusammen mit dem Kilopreis den Primäraufwand.
  • Prozesssicherheit: Folienrisse verursachen Stillstandzeiten und erhöhen die Prozesskosten.
  • Ladesicherungswert: Definiert die minimale Restspannung für den gesetzeskonformen Transport.

Einflussfaktoren auf den Materialverbrauch bei PCR-Folien

PCR-Materialien unterliegen im Vergleich zu Primärgranulaten (Virgin) gewissen Eigenschaftsschwankungen. Je nach Sortenreinheit des Ausgangsmaterials können minimale Inhomogenitäten in der Folienmatrix auftreten. Moderne Mehrschicht-Extrusionsanlagen (Cast- oder Blasfolien mit 7, 9 oder mehr Schichten) betten das PCR-Granulat in Mittellagen ein, während die Aussenlagen aus hochflexiblem Primärmaterial bestehen. Dennoch unterscheidet sich das Dehnpotenzial.

Während hochgezüchtete High-Performance-Primärfolien bei Dicken von 10 bis 15 my Dehnwerte von bis zu 300 % und mehr erreichen, werden PCR-Folien im Standardbereich häufig mit 17 bis 23 my und moderaten Vorreckwerten von 150 % bis 220 % gefahren. Um dieselbe Haltekraft am Packgut zu erzeugen, steigt dadurch in bestimmten Anwendungsfällen das Foliengewicht pro gewickelter Palette. Dieser Mehrverbrauch muss über den Materialpreis oder über Nachhaltigkeitsvorgaben ausbalanciert werden.

  • Vorreckgrenze (Pre-Stretch): Niedrigere Dehnfähigkeit erfordert mehr Foliengewicht für dieselbe Dehnspannung.
  • Foliendicke (my): Höhere Wandstärken kompensieren strukturelle Inhomogenitäten von Rezyklaten.
  • Dart-Drop-Wert (Durchstossfestigkeit): Wichtig bei scharfkantigen Ladungsträgern zur Vermeidung von Einreissern.
  • Adhäsion: Die Haftung der Innenlage bestimmt, ob das Folienende ohne Schweissung sauber anliegt.

Transparente Beispielrechnung: Primärfolie versus PCR-Folien

Die folgende Beispielrechnung basiert auf definierten Annahmen für einen automatisierten Wickelprozess mit einer Standard-Europalette (Ladungsgewicht ca. 500 kg, formstabil, keine extremen Kanten). Sie dient der Veranschaulichung der Systematik und stellt keine pauschale Preiszusage dar.

Für die Berechnung werden drei Szenarien gegenübergestellt: eine High-End-Primärfolie (12 my), eine Standard-PCR-Folie mit 30 % Rezyklatanteil (17 my) und eine optimierte Multilayer-PCR-Folie mit 30 % Rezyklatanteil (15 my).

Die Modellrechnung zeigt: Obwohl die Standard-PCR-Folie den niedrigsten Kilopreis aufweist, führt der höhere Materialverbrauch pro Palette (230 g statt 150 g) zu höheren Gesamtkosten pro Ladeeinheit. Die optimierte 15-my-PCR-Folie schliesst diese Lücke weitgehend und ermöglicht den Rezyklateinsatz bei nur minimalem Kostenunterschied zum Primärmaterial.

  • Szenario A (Primärfolie 12 my, 280 % Vorreckung): Verbrauch 150 g/Palette | Annahme Kilopreis: CHF 3.40 | Kosten pro Palette: CHF 0.510
  • Szenario B (Standard-PCR 17 my, 180 % Vorreckung): Verbrauch 230 g/Palette | Annahme Kilopreis: CHF 3.10 | Kosten pro Palette: CHF 0.713
  • Szenario C (Multilayer-PCR 15 my, 230 % Vorreckung): Verbrauch 175 g/Palette | Annahme Kilopreis: CHF 3.30 | Kosten pro Palette: CHF 0.578

Haltekraft und Ladesicherung normgerecht sicherstellen

Kostensenkungen dürfen nicht zu Lasten der Transportsicherheit gehen. Massstab für die Ladesicherung im Strassengüterverkehr ist unter anderem die Norm EUMOS 40509 bzw. die VDI 2700. Entscheidend ist hierbei die Rückstellkraft (Clamping Force), die die Folie nach dem Dehnen dauerhaft auf die Ladung ausübt.

Rezyklatfolien weisen oft ein anderes Relaxationsverhalten auf als reine Primärfolien. Das bedeutet: Die Spannung kann nach einigen Stunden Standzeit geringfügig stärker nachlassen. Um dies zu kompensieren, müssen Maschineneinstellungen präzise auf die Folie abgestimmt werden. Dazu gehören die Anpassung der Schlitten-Hubgeschwindigkeit, die Zugspannung (Lay-on Force) zwischen Wickler und Palette sowie die Anzahl der Fuss- und Kopfwicklungen.

Vorgehensweise zur Wirtschaftlichkeitsprüfung im Betrieb

Um festzustellen, ob PCR-Stretchfolie im individuellen Einsatzfall kostenparitätisch oder wirtschaftlich betrieben werden kann, empfiehlt sich ein standardisierter Testablauf direkt an der eigenen Wickelanlage.

BARG Packaging liefert ein breites Portfolio an Stretchfolien inklusive Rezyklat-Varianten frei Haus in die gesamte Schweiz, vollständig verzollt und mit transparenter Preisstellung in CHF. Ein praktischer Folientest vor Ort schafft Klarheit über den tatsächlichen Verbrauch und die Ladesicherungswerte.

  • Bestandsaufnahme: Wiegen des aktuellen Folienverbrauchs pro Palette (Foliennest nach dem Wickeln aufschneiden und wiegen).
  • Parameter-Audit: Prüfung des Maschinentyps, des Vorrecksystems (Power-Pre-Stretch) und des Zustands der gummirten Vorreckwalzen.
  • Testwicklung mit PCR-Folie: Schrittweises Erhöhen der Vorreckung bis kurz vor die Abrissgrenze, anschliessende Festlegung des Arbeitsbereichs mit 15 % Sicherheitsmarge.
  • Rückwaage und Stabilitätsmessung: Ermittlung des neuen Grammgewichts und Messung der Rückhaltekräfte an Fuss, Mitte und Kopf der Palette.
  • Wirtschaftlichkeitsberechnung: Multiplikation des gemessenen Verbrauchs mit dem jeweiligen Netto-Kilopreis.

Questions fréquentes

Ist PCR-Stretchfolie im Einkauf grundsätzlich teurer als Primärfolie?
Nicht zwingend. Standard-Rezyklatfolien mit einfachen Schichtaufbauten sind pro Kilogramm oft etwas günstiger oder preisgleich zu Primärfolien. Hochleistungs-PCR-Folien mit sehr geringer Dicke und komplexem Mehrschichtaufbau können im Kilopreis jedoch leicht über Standardfolien liegen, senken aber den Verbrauch pro Palette.
Führt PCR-Folie zu mehr Folienbrüchen und Maschinenstillständen?
Bei ungeeigneten Maschineneinstellungen oder minderwertigen Regranulaten kann das Risiko von Abrissen steigen. Bei modernen Coextrusionsfolien, bei denen das PCR im Kern geschützt liegt, läuft der Wickelprozess stabil, sofern die Vorreckung an die Foliencharakteristik angepasst ist.
Wie ermittle ich meine exakten Kosten pro Palette?
Schneiden Sie die Folie einer fertig gewickelten Musterpalette komplett ab und wiegen Sie dieses Foliennest auf einer Präzisionswaage in Gramm. Teilen Sie das Gewicht durch 1000 und multiplizieren Sie das Ergebnis mit Ihrem Netto-Einkaufspreis pro Kilogramm.
Welcher PCR-Anteil ist technisch und wirtschaftlich sinnvoll?
In der industriellen Praxis haben sich Anteile zwischen 30 % und 50 % Post-Consumer-Rezyklat bewährt. Dieser Bereich bietet eine signifikante Reduktion des CO2-Fussabdrucks bei gleichzeitig hoher Maschinengängigkeit und verlässlichen Ladesicherungswerten.

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