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Guide · Blog

Stretchfolie Stärke wählen: 17, 20 oder 23 my im Vergleich

Cet article est actuellement disponible en allemand.

Die Wahl der richtigen Folienstärke entscheidet über Transportsicherheit und Materialverbrauch in der Logistik. Ob 17, 20 oder 23 my die wirtschaftlichste Lösung darstellt, hängt primär vom Palettengewicht, der Homogenität der Ladung und vorhandenen Kanten ab. Dieser Leitfaden bietet eine strukturierte Entscheidungshilfe für Einkauf und Betriebsleitung.

Grundlagen: Was die Foliendicke in Mikrometer (my) bedeutet

Die Dicke von Stretchfolien wird im industriellen Standard in Mikrometern gemessen, abgekürzt als my oder µm (1 my entspricht 0,001 mm). In der manuellen und maschinellen Palettensicherung haben sich die Stärken 17 my, 20 my und 23 my als Standard etabliert. Eine höhere Materialstärke führt direkt zu einer höheren Durchstossfestigkeit sowie einer gesteigerten Rückstellkraft, erhöht jedoch auch das Eigengewicht des eingesetzten Materials pro Laufmeter.

Entscheidend für die Ladungssicherung ist nicht allein die Foliendicke, sondern das Zusammenspiel aus Dehnung, Vorreckung und Rückstellkraft. Eine zu dünn gewählte Folie reisst beim Wickelprozess oder federt Brems- und Beschleunigungskräfte auf dem LKW nicht ausreichend ab. Eine überdimensionierte Folie wiederum verursacht vermeidbare Materialkosten und erhöht das Verpackungsabfallvolumen unnötig.

  • 1 my = 0,001 mm Foliendicke
  • Höhere Stärken bieten höhere Reissfestigkeit bei Punktbelastungen
  • Die Rückstellkraft (Memory-Effekt) sichert den Verbund nach dem Wickeln
  • Überdimensionierung führt zu unnötigen Betriebskosten pro Palette

Klassifizierung der Standardstärken nach Ladungsgewicht

Das Gesamtgewicht einer Palette ist der erste massgebliche Parameter für die Bestimmung der Folienstärke. Bei leichten, formstabilen Gütern genügt eine dünne Folie, während schwere Lasten eine höhere Grundspannung und Materialstärke erfordern, um ein Verrutschen der Lagen zu verhindern.

17 my eignet sich primär für leichte bis mittelschwere Ladungen bis etwa 500 kg. Typische Anwendungsbereiche sind Kartonagen auf Europaletten, Kunststoffbehälter oder Dämmstoffe. Die Folie lässt sich von Hand leicht abrollen und bietet bei homogen gepackten Quadern eine ausreichende Grundstabilität.

20 my gilt als Universaldicke im Lageralltag für Gewichte zwischen 400 kg und ca. 750 kg. Sie fängt dynamische Belastungen während des Transports zuverlässig ab und toleriert kleinere Unregelmässigkeiten im Lagenaufbau. Dieser Typ wird häufig als Standardmaterial in Mischbetrieben eingesetzt, um Sortenvielfalt im Einkauf zu reduzieren.

23 my ist für schwere Ladungen ab 700 kg bis über 1000 kg konzipiert. Typische Einsatzfelder sind Metallwaren, Getränkekisten, Baustoffe, chemische Produkte in Fässern oder ungleichmässig gepackte Mischpaletten. Durch die hohe Materialstärke bietet diese Folie maximale Rückhaltekräfte gegen Fliehkräfte bei Kurvenfahrten.

  • 17 my: Palettengewicht bis 500 kg (homogene Kartonagen, leichte Güter)
  • 20 my: Palettengewicht von 400 bis 750 kg (Standard-Mischgut, mittlere Lasten)
  • 23 my: Palettengewicht ab 700 kg bis über 1000 kg (Schwergut, Fässer, Formteile)

Der Einflussfaktor Kantenschärfe und Packgutgeometrie

Das reine Palettengewicht reicht als Kriterium oft nicht aus. Die geometrische Form der Fracht und deren Oberflächenbeschaffenheit sind massgeblich für das Risiko von Folienrissen. Bei scharfkantigen Übergängen treten extreme Punktbelastungen auf, die dünnere Folien unmittelbar perforieren können.

Man unterscheidet in der Verpackungslogistik drei Ladungsprofile: Profil A (homogen, glatte Seiten, keine Ecken über Palettenrand), Profil B (leichte Versätze, Kartonkanten, kleinere Unregelmässigkeiten bis ca. 50 mm) und Profil C (scharfe Kanten, Maschinenteile, überstehende Holzleisten, unregelmässige Formen).

Bei Ladungsprofil C muss unabhängig vom Gesamtgewicht oft zu 23 my oder einer verstärkten Spezialfolie gegriffen werden. Ein 300 kg schweres Maschinenteil mit vorstehenden Metallkanten schneidet eine 17-my-Folie beim Anspannen ein, wodurch der gesamte Folienverbund einreissen kann. Für Profil A hingegen genügt meist 17 my, selbst wenn das Gewicht an der oberen Grenze liegt.

  • Profil A (glatt, formstabil): 17 my bis 20 my ausreichend
  • Profil B (leichte Vorsprünge, Kartonkanten): 20 my empfohlen
  • Profil C (scharfe Ecken, Metall, Holzüberstand): 23 my zwingend erforderlich
  • Kerbwirkung beachten: Ein kleiner Riss an einer Kante führt unter Zug zum Abriss

Wirtschaftlichkeit: Materialverbrauch und Kosten richtig berechnen

Eine dickere Folie ist pro Rolle schwerer und weist bei gleichem Rollengewicht weniger Laufmeter auf. Um die Gesamtkosten pro gewickelter Palette zu kalkulieren, müssen Laufmetergewicht, Anzahl der Wicklungen und Palettendurchsatz kombiniert werden.

Beispielrechnung: Eine Handstretchfolie mit 500 mm Breite wiegt bei 17 my rechnerisch rund 7,8 g pro Laufmeter, bei 20 my rund 9,2 g/m und bei 23 my rund 10,6 g/m (Basisdichte Polyethylen ca. 0,92 g/cm³). Wird eine Standard-Europalette (Höhe 1,60 m) mit 25 Laufmetern Folie umwickelt, ergibt sich folgender Materialeinsatz pro Palette:

17 my: 25 m × 7,8 g/m = 195 g Folienverbrauch. 20 my: 25 m × 9,2 g/m = 230 g Folienverbrauch. 23 my: 25 m × 10,6 g/m = 265 g Folienverbrauch. Bei 5000 Paletten pro Jahr bedeutet der Wechsel von 23 my auf 20 my eine Materialeinsparung von 175 kg Kunststoff, sofern die Ladungssicherheit gewährleistet bleibt. Umgekehrt führt ein Transportschaden durch zu dünne Folie meist zu deutlich höheren Folgekosten als die Materialdifferenz.

  • 17 my Folie: ca. 7,8 g pro Laufmeter (bei 500 mm Breite)
  • 20 my Folie: ca. 9,2 g pro Laufmeter (bei 500 mm Breite)
  • 23 my Folie: ca. 10,6 g pro Laufmeter (bei 500 mm Breite)
  • Entscheidend sind die effektiven Verpackungskosten pro Palette, nicht der reine Rollenpreis

Entscheidungsmatrix und praktische Vorgehensweise

Für die standardisierte Auswahl im Betrieb empfiehlt sich ein dreistufiger Prüfablauf vor jeder Neubestellung oder Prozessoptimierung. Prüfen Sie zuerst das maximale Gewicht, anschliessend die schärfste Kante der Ladung und zuletzt die Transportbeanspruchung (z. B. innerbetrieblicher Transport vs. mehrfacher Umschlag im Stückgutnetzwerk).

Sofern im Betrieb stark variierende Paletten gepackt werden, empfiehlt sich standardmässig der Einsatz von 20 my als universeller Kompromiss. Werden ausschliesslich sortenreine Kartonagen verarbeitet, lohnt sich die Umstellung auf 17 my. Für metallverarbeitende Betriebe, Giessereien oder Schwergutlogistiker bleibt 23 my die sicherste Wahl.

BARG Packaging liefert Hand- und Maschinenstretchfolien in allen Standardstärken von 17 bis 23 my sowie Spezialstärken direkt ab Lager frei Haus in die Schweiz – vollständig verzollt und mit transparenter Preisangabe in CHF.

  • Schritt 1: Maximales Palettengewicht erfassen (Grenzen: 500 kg / 750 kg / 1000+ kg)
  • Schritt 2: Kantenschärfe nach Profil A, B oder C einstufen
  • Schritt 3: Transportweg und Umschlagshäufigkeit berücksichtigen (Stückgut erfordert höhere Sicherheitsmarge)
  • Schritt 4: Probewicklung durchführen und Verbundstabilität im Fahrtest prüfen

Questions fréquentes

Wann reicht eine 17 my Stretchfolie nicht mehr aus?
Eine 17 my Folie reicht nicht mehr aus, wenn das Palettengewicht 500 kg übersteigt oder die Fracht scharfe Ecken, überstehende Kanten sowie punktuelle Vorsprünge aufweist. Zudem ist sie ungeeignet für schwere Mischpaletten im Stückgutverkehr, da hier hohe dynamische Scherkräfte auftreten.
Warum sollte man nicht grundsätzlich immer 23 my Folie einsetzen?
Der durchgehende Einsatz von 23 my Folie für leichte, gleichmässige Ladungen verursacht unnötige Materialkosten und erhöht das Abfallgewicht. Bei leichten Gütern lässt sich mit 17 my oder 20 my Folie dieselbe Stabilität bei bis zu 25 Prozent weniger Materialeinsatz erzielen.
Gibt es Unterschiede zwischen Hand- und Maschinenstretchfolie bei gleicher Stärke?
Ja. Maschinenstretchfolien weisen bei gleicher Nennstärke (z. B. 20 my) oft eine höhere Dehnfähigkeit von 150 bis 300 Prozent auf, da sie im Wickler mechanisch vorgedehnt werden. Handstretchfolien sind auf geringere Dehnkräfte ausgelegt, damit Mitarbeitende ohne Maschinenhilfe die nötige Haltekraft aufbauen können.
Wie erkenne ich, ob eine Folie beim Wickeln überdehnt wurde?
Eine überdehnte Folie verengt sich in der Bahnbreite stark (sogenannter Einschnüreffekt) und reisst bei geringster Punktberührung ein. Zudem verliert sie ihre elastische Rückstellkraft, wodurch die Palette nach kurzer Standzeit locker wird.

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