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Wissen · Bedruckung

Bedruckte Stretchfolie: wofür sie sich lohnt und wie der Auftrag abläuft

Bedruckte Stretchfolie macht aus einer Transportverpackung eine Werbefläche und einen Informationsträger – ohne zusätzlichen Arbeitsschritt in der Verpackungslinie. Was dabei technisch möglich ist, welche Daten wir brauchen und was der Druck kostet.

Bedruckte Stretchfolie mit individuellem Motiv auf der Rolle

1. Warum überhaupt bedrucken?

Jede Palette, die Ihr Haus verlässt, wird mehrfach gesehen: bei der Verladung, im Transport, im Wareneingang des Kunden und im Lager. Die Wickelfolie ist dabei die grösste zusammenhängende Fläche der Ladeeinheit – und normalerweise ungenutzt. Der Druck kostet keinen zusätzlichen Handgriff, weil er auf der Rolle bereits vorhanden ist.

  • Markenauftritt auf der Palette: Logo und Firmenname umlaufend – die Palette wird im Wareneingang, im Lager und beim Endkunden sofort zugeordnet.
  • Warn- und Handlingshinweise: „Nicht stapeln“, „Oben“, „Zerbrechlich“ oder Temperaturhinweise direkt auf der Wickelfolie statt als Zusatzetikett.
  • Originalitäts- und Diebstahlschutz: Ein individuelles Motiv ist nicht kurzfristig nachzuwickeln. Geöffnete und neu umwickelte Paletten fallen auf.
  • Sortier- und Kommissionierhilfe: Farbige Motive je Kunde, Route oder Charge beschleunigen die Zuordnung an der Rampe.
  • Recyclinghinweise und PPWR: Ab 2028 gilt die harmonisierte Kennzeichnung. Materialangaben können direkt aufgedruckt werden.

2. Technisch machbar – und was nicht

Stretchfolie wird beim Wickeln um 150 bis 300 Prozent gedehnt. Das Motiv wird deshalb im Druck vorverzerrt und auf der Palette nicht identisch zum Layout stehen. Realistisch planen heisst:

  • Ein bis vier Volltonfarben, Pantone-definiert, statt Rasterbilder oder Verläufe.
  • Kräftige, flächige Motive mit klaren Konturen – feine Serifen und 4-pt-Text verlieren beim Dehnen an Lesbarkeit.
  • Wiederkehrendes Motiv über die Rollenbreite, damit es unabhängig von der Wickelhöhe sichtbar bleibt.
  • Druckbild einseitig innen liegend – so ist die Farbe vor Abrieb im Transport geschützt.
  • Folienstärke, Rezeptur und Vordehnung bleiben unverändert: die Ladungssicherung wird durch den Druck nicht schlechter.

3. Ablauf von der Anfrage bis zur Lieferung

  1. 1Anfrage mit Rollenbreite, Lauflänge, Stärke, Jahresmenge und gewünschter Farbanzahl.
  2. 2Druckdaten als Vektordatei, Farben in Pantone, Schriften in Pfade konvertiert.
  3. 3Layoutvorschlag mit Motivgrösse und Position auf der Rolle, inklusive Angebot.
  4. 4Ihre schriftliche Druckfreigabe – danach entsteht das Klischee je Farbe.
  5. 5Produktion, Konfektionierung und Lieferung frei Haus in die Schweiz, verzollt.

Rechnen Sie ab Freigabe mit einer Vorlaufzeit für Klischeeherstellung und Produktionseinplanung. Für Folgeaufträge mit demselben Motiv entfallen die Klischeekosten und die Durchlaufzeit verkürzt sich deutlich.

4. Kosten realistisch einschätzen

Der Preis besteht aus zwei Teilen: einmaligen Klischeekosten je Druckfarbe und einem Mehrpreis pro Kilogramm Folie. Weil sich die Einmalkosten auf die gesamte Abnahmemenge verteilen, entscheidet die Jahresmenge über den Aufpreis pro Palette – nicht der Druck selbst.

  • Eine Farbe statt drei senkt Klischee- und Rüstkosten deutlich, ohne Wirkung zu verlieren.
  • Ein Motiv für mehrere Standorte oder Marken bündelt die Menge auf ein Klischee.
  • Höhere Vordehnung senkt den Folienverbrauch pro Palette und damit auch den Druckaufpreis pro Palette.
  • Kalkulieren Sie gegen die Alternative: eingesparte Etiketten, Aufkleber und Arbeitszeit im Versand.

Wie sich Kosten pro Palette insgesamt zusammensetzen, zeigen wir in Preise, Staffeln und Kosten pro Palette.

5. Druckfarbe: wasserbasiert oder lösemittelbasiert?

Für Stretchfolie kommen zwei Farbsysteme in Frage: wasserbasierte Farben und lösemittelbasierte Farben, meist auf Ethanolbasis. Die Wahl beeinflusst Trocknung, Standfestigkeit, Geruch und die Recyclingfähigkeit der Folie.

Wasserbasiert vs. Ethanol im Vergleich

Häufige Fragen

Wie viele Druckfarben sind bei Stretchfolie möglich?
Üblich sind ein bis vier Farben im Flexodruck. Ein- und zweifarbige Motive (Logo, Warnhinweis, Firmenname) sind der Standard, weil sie sauber stehen und günstig sind. Feine Farbverläufe und Fotomotive sind auf einer stark gedehnten Folie technisch nicht sinnvoll.
Verändert der Druck die Haltekraft der Folie?
Nein, solange die Folienrezeptur und die Stärke unverändert bleiben. Der Farbauftrag ist sehr dünn. Zu beachten ist nur die Klebkraft: an bedruckten Stellen haftet die Folie geringfügig anders, deshalb wird die Druckfläche so gelegt, dass sie das Wickelbild nicht beeinträchtigt.
Welche Druckdaten brauche ich?
Vektordaten (AI, EPS, PDF) mit Volltonfarben in Pantone, Schriften in Pfade konvertiert, plus Angabe der Motivgrösse und der Position auf der Rollenbreite. Aus den Daten entsteht ein Layout zur Freigabe, erst danach wird das Klischee erstellt.
Wie hoch ist die Mindestmenge bei bedruckter Stretchfolie?
Bedruckte Folie wird als Auftragsproduktion gefertigt, daher gibt es eine Mindestabnahme – in der Regel im Bereich mehrerer Paletten pro Motiv. Die konkrete Menge hängt von Rollenbreite, Stärke und Farbanzahl ab und wird im Angebot genannt.
Was kostet der Druck?
Es fallen einmalige Klischeekosten je Farbe an sowie ein Mehrpreis pro Kilogramm Folie. Auf grössere Abnahmemengen verteilt sich die Klischeekosten schnell, sodass der Aufpreis pro Palette meist im niedrigen einstelligen Bereich liegt.

Motiv anfragen

Senden Sie uns Abmessung, Jahresmenge und Ihr Motiv – Sie erhalten ein Layout und ein Angebot in CHF, Lieferung und Verzollung in die Schweiz inklusive.