• Schweizweit geliefert
  • Verzollung inklusive
  • Persönliche Beratung
  • Preise in CHF
  • B2B-Spezialist für Stretchfolien
  • Schweizweit geliefert
  • Verzollung inklusive
  • Persönliche Beratung
  • Preise in CHF
  • B2B-Spezialist für Stretchfolien
  • Schweizweit geliefert
  • Verzollung inklusive
  • Persönliche Beratung
  • Preise in CHF
  • B2B-Spezialist für Stretchfolien

Wissen · Blog

PCR Zertifikate: RecyClass & EuCertPlast bei Stretchfolie

Unternehmen stehen beim Einkauf von nachhaltiger Stretchfolie vor der Herausforderung, den tatsächlichen Rezyklatanteil verlässlich nachzuweisen. Unpräzise Deklarationen und Greenwashing-Risiken erfordern standardisierte Nachweise wie RecyClass und EuCertPlast. Dieser Leitfaden ordnet die relevanten Zertifizierungssysteme für Post-Consumer-Rezyklate (PCR) und Massenbilanzmodelle für den B2B-Einkauf ein.

Bedeutung von PCR-Nachweisen für Einkauf und Compliance

In der industriellen Verpackungslogistik gewinnt der Einsatz von Post-Consumer-Rezyklat (PCR) massiv an Bedeutung. Während Post-Industrial-Rezyklat (PIR) aus internen Produktionsabfällen der Folienhersteller stammt und verfahrenstechnisch meist sortenrein vorliegt, entsteht PCR aus gebrauchten Haushalts- oder Gewerbeabfällen. Die Rückführung von PCR in hochwertige Anwendungen wie Maschinen- oder Handstretchfolien stellt verarbeitungstechnisch hohe Anforderungen an Reinheit, Schmelzflussindex (MFI) und Reissfestigkeit.

Für Einkaufs- und Nachhaltigkeitsabteilungen reicht eine reine Lieferantenerklärung über den Rezyklatanteil nicht mehr aus. Regulatorische Anforderungen, Richtlinien wie die europäische Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie interne Scope-3-Emissionsberechnungen verlangen auditierbare Drittanbieter-Zertifikate. Ohne unabhängige Verifikation besteht das Risiko, minderwertige Rezyklate oder fälschlicherweise deklariertes PIR anstelle von echtem PCR einzukaufen.

  • PCR (Post-Consumer-Rezyklat): Abfälle aus Endverbraucher- oder Industrieanwendungen nach deren Nutzungsphase.
  • PIR (Post-Industrial-Rezyklat): Prozessabfälle aus der Folienherstellung (keine Kreislaufführung im Sinne des Abfallendes).
  • Nachweispflicht: Notwendig für ESG-Audits, Nachhaltigkeitsberichte und zur Vermeidung von Greenwashing-Haftungsrisiken.

EuCertPlast: Auditierung auf Ebene der Recycler

Das europäische Zertifizierungsprogramm EuCertPlast (European Certification of Plastics Recyclers) basiert auf dem Standard EN 15343 und setzt direkt beim Recyclingunternehmen an. Der Fokus liegt auf der transparenten Rückverfolgbarkeit des Kunststoffabfalls von der Annahme über den Aufbereitungsprozess bis zum fertigen Granulat.

EuCertPlast prüft, ob die Input-Mengen den deklarierten Output-Mengen an Rezyklatgranulat entsprechen. Auditoren bewerten die Trennschärfe der Prozesse, die Einhaltung von Umweltstandards bei der Aufbereitung und die Herkunftsnachweise der Altkunststoffe. Für Folienverarbeiter und Folieneinkäufer bildet ein EuCertPlast-Zertifikat des Granulatherstellers das Fundament für die Bestätigung, dass das verwendete Rohmaterial tatsächlich aus Post-Consumer-Quellen stammt.

  • Prüfgegenstand: Aufbereitungsanlagen, Input-/Output-Bilanzen und Prozessführung der Recyclingbetriebe.
  • Normative Basis: EN 15343 (Rückverfolgbarkeit und Konformitätsbewertung von Kunststoff-Rezyklaten).
  • Einkaufsrelevanz: Primärnachweis, dass das eingesetzte Granulat aus verifizierten PCR-Strömen stammt.

RecyClass: Zertifizierung der gesamten Wertschöpfungskette

Während EuCertPlast primär den Recyclingprozess auditiert, bietet RecyClass ein ganzheitliches System, das die Rückverfolgbarkeit über Verarbeiter, Konfektionäre bis zum fertigen Endprodukt – wie der Stretchfolie – abdeckt. RecyClass unterscheidet zwischen zwei Hauptkategorien: der Recyclingfähigkeit eines Verpackungsdesigns und dem tatsächlichen Anteil an recyceltem Kunststoff in einem Produkt.

Für den Einkauf von Stretchfolien ist das Zertifikat über den 'Recycled Plastics Traceability and Content' massgebend. Unabhängige Zertifizierungsstellen prüfen hierbei die Lieferkette (Chain of Custody). Dabei wird verifiziert, ob der auf dem Technischen Datenblatt (TDS) angegebene PCR-Anteil – beispielsweise 30 % oder 50 % – rechnerisch und prozesstechnisch im Endprodukt enthalten ist.

  • Geltungsbereich: Vom Recycler über den Folienextrudeur bis zum fertigen Stretchfolien-Wickel.
  • Zertifikatstypen: Recycled Content Certificate (prozentualer Rezyklatanteil) und Recyclability Assessment (Rezyklierbarkeit der Folie).
  • Sicherheit für den B2B-Käufer: Eindeutige Zertifikatsnummern zur Validierung in der öffentlichen RecyClass-Datenbank.

Massenbilanzierung vs. physikalische Rückverfolgbarkeit

Beim Nachweis von PCR-Anteilen in Stretchfolien kommen unterschiedliche Chain-of-Custody-Modelle gemäss ISO 22095 zum Einsatz. Das physikalische Modell (Controlled Blending / Segregation) und das Massenbilanzmodell (Mass Balance) unterscheiden sich in der Zuordnung des Rezyklats zum Endprodukt grundlegend.

Beim mechanischen Recycling von Stretchfolien wird PCR-Granulat physikalisch mit Neuware (Virgin LLDPE) im Extruder gemischt (meist in den Mittellagen von 3-, 5- oder mehrlagigen Coextrusionsanlagen). Hier lässt sich der prozentuale Anteil direkt prozessual zuordnen. Die Massenbilanzierung kommt hingegen vor allem bei chemischem Recycling (z. B. Pyrolyseöl) oder bei komplexen petrochemischen Verbundstandorten (ISCC PLUS) zum Einsatz, bei denen fossile und rezyklierte Rohstoffe gemeinsam verarbeitet werden.

Beispielrechnung für physikalische Coextrusion: Eine 5-Schicht-Maschinenstretchfolie mit 17 my Gesamtdicke nutzt eine A-B-C-B-A-Struktur. Die Aussenschichten (A: je 10 % der Gesamtdicke, zusammen 3.4 my) bestehen aus reinem Virgin-LLDPE für optimale Haft- und Gleiteigenschaften. Die Kernschichten (B und C: zusammen 80 % der Gesamtdicke, 13.6 my) enthalten eine Mischung aus 60 % PCR-Granulat und 40 % Virgin-Polymer. Der rechnerische und physikalische PCR-Gesamtanteil der fertigen Folie liegt somit bei exakt 48 % (0.80 × 0.60 = 0.48).

  • Physikalische Beimischung: PCR-Moleküle sind messbar und mengenmässig direkt im Folienaufbau vorhanden (Regelfall bei RecyClass für mechanisches Recycling).
  • Massenbilanz (z. B. ISCC PLUS): Buchhalterische Zuteilung von Rezyklat-Mengen über ein Verrechnungskonto bei kontinuierlichen Chemieprozessen.
  • Entscheidungskriterium: Für Standard-PCR-Stretchfolien im B2B-Bereich ist der physikalische Nachweis via RecyClass/EuCertPlast der transparentere und branchenübliche Standard.

Prüfmatrix für den Folieneinkauf: Checkliste für Audit-Sicherheit

Um beim Bezug von PCR-Stretchfolien Rechtssicherheit und Auditkonformität zu gewährleisten, sollte der Einkauf standardisierte Prüfkriterien anwenden. Eine reine Nennung von 'enthält Rezyklat' auf der Rechnung erfüllt moderne Compliance-Vorgaben nicht.

BARG Packaging liefert zertifizierte Rezyklat-Stretchfolien frei Haus in die gesamte Schweiz, vollständig verzollt und mit transparenten Preisen in CHF. Sämtliche Chargen- und Rezyklatdeklarationen basieren auf standardisierten Nachweisen für den industriellen Einsatz.

  • 1. Zertifikatstyp prüfen: Liegt ein 'Recycled Content'-Zertifikat (RecyClass) oder ein Recycler-Zertifikat (EuCertPlast) vor?
  • 2. Gültigkeit und Scope: Stimmen der zertifizierte Produktionsstandort und das bezogene Folienprodukt mit den Angaben im Zertifikat überein?
  • 3. Deklaration auf Dokumenten: Ist der genaue PCR-Prozentsatz auf Lieferschein, Rechnung und Technischem Datenblatt (TDS) einheitlich ausgewiesen?
  • 4. Trennung von PCR und PIR: Bestätigt das Dokument explizit Post-Consumer-Material und schliesst reine Post-Industrial-Abfälle aus?
  • 5. Technische Leistungsparameter: Wurden Dehnfähigkeit (z. B. bis 250 % bei Maschinenfolien) und Durchstossfestigkeit trotz Rezyklatanteil im Vorfeld im Testlauf validiert?

Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen EuCertPlast und RecyClass?
EuCertPlast auditiert spezifisch die Recyclingbetriebe hinsichtlich Input-Herkunft, Umweltauflagen und Output-Mengen an Rezyklat. RecyClass baut häufig auf EuCertPlast auf, zertifiziert jedoch die gesamte Verarbeitungskette bis zum Endprodukt und weist den exakten Rezyklatanteil in der fertigen Stretchfolie aus.
Ist Massenbilanzierung bei mechanisch recycelter Stretchfolie üblich?
Nein. Bei mechanisch recycelten Stretchfolien wird das PCR-Granulat in der Regel physikalisch über gravimetrische Dosiersysteme in die Extrusionsschichten eingebracht. Massenbilanzmodelle (wie ISCC PLUS) finden vor allem bei chemischem Recycling oder thermochemischer Rohstoffaufbereitung Anwendung.
Reicht eine Selbsterklärung des Folienherstellers für Nachhaltigkeitsberichte aus?
Für formelle ESG-Berichte nach CSRD oder Treibhausgas-Bilanzen gemäss GHG Protocol (Scope 3) sind reine Selbsterklärungen meist unzureichend. Wirtschaftsprüfer fordern zunehmend akkreditierte Third-Party-Zertifikate wie RecyClass oder EuCertPlast zur Validierung der Rezyklatströme.
Beeinflusst ein hoher PCR-Anteil die mechanischen Eigenschaften der Stretchfolie?
Ja, PCR-Granulat weist im Vergleich zu Virgin-LLDPE breitere Molekulargewichtsverteilungen und minimale Restverunreinigungen auf. Moderne Coextrusionsanlagen kompensieren dies, indem sie das PCR in die Kernschichten einbetten und die Aussenschichten mit hochreinen Polymeren versehen, um Dehnfähigkeit und Haltekraft stabil zu halten.

Folien direkt anfragen

Alle Preise in CHF inklusive Fracht, Zoll und Einfuhrabwicklung. Weitere Ratgeber im Wissensbereich.